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Horkheimer „Materialismus und Metaphysik“

Beginnend mit der Zurückweisung einer verkürzten Materialismuskritik (im Sinne einer Kritik an dessen vermeintlicher Ignoranz ggü der Erkenntnisproblematik), entwickelt Horkheimer das Konzept materialistischer Philosophie im Verhältnis und in Abgrenzung zur metaphysischen und idealistischen. Anhand unterschiedlicher Beispiele wied er Subjekt-Objekt-Relation (=> Dialektik), dem Zeitbegriff oder der Bedeutung von Ökonomie stellt der den zentralen Unterschied heraus. Dieser besteht seiner Ansicht nach in der Akzeptanz bzw. Negierung der Bedingtheit von Erkenntnissen. Wähernd der Idealismus die Unmöglichkeit vollkommenen Wissens auf den Kantschen Seinsbegriff zurückführe, betrachte der Materialismus das Problem als abhängig von sozialen und historischen Verhältnissen. Ihn interessiere immer v.a. das gesellschaftliche Problem der Glücksfindung im Diesseits, daher lenke er den Blick zwangsläufig auf ökonomische u. Verteilungsfragen. Vom Positivismus schließlich trenne ihn die Bewertung dieser Erkenntnistheorie im Sinne der Perspektivenvielfalt.

Ökonomie

Hallo da es alle Gruppen irgendwoe betrifft hier das was Tina und ich uns überlegt haben.

Für sinnvoll erachten wir auf jedenfall uns mit dem Fetischbegriff zu beschäftigen. Im Grunde würde es schon echt Sinn machen sich mit dem sehr am Anfang zu beschäftigen. Zumal der ja schon non Antisemitismus I verwendet wird.

Wir dachten daher den Fetischbegriff gleich nach Ideologiekritik zu verwenden, da er quasi dass Ding ist was aus der Ökonomiekritik übernommen wird.

Das hieße am 3. Mai Thema: Der Fetischbegriff
Fetischkapitel vom Marx und der Fetischbegriff der Kritischen Theorie bei Adorno (Vorschlag: Grigat)

Die anderen veranstaltungen würden sich dann halt um eine Woche nach hinten verschieben, aber dafür wäre der Fetisch, der ja sowohl bei Antisemitismus als auch bei Kultur durchaus wichtig ist geklärt ist.

Dann würden wir Vorschlagen am Ende der Veranstaltung also nach Staat, dass hieße die Woche um den 24. Mai einen zweiten Block Ökonomie zu machen

Thema: Perspektiven der Ökonomiekritik
Text aus: Moishe, Postone: Time, Labor and Social Domination
Referent: Grigat

Das ganze Würde halt gut nach Staat passen, da dort ja die Perspektive des Staatkapitalismus aufgemacht wird.
Postone versucht um der pessimistischen Sichtweise der Frankfurter Schule zu entgehen eine neue Perspektive der onomiekritik aufzumachen und beleuchtet dabei kritisch die Ansätze der Frankfurter Schule.
Grigat hat zu dem Buch eine Rezension geschrieben, hieße er könnte dazu was sagen, und wirft Postone vor, dass er vernachlässige, dass Staats und Kapitalismuskritik in eins gehen müssten. Schiene mir eine interessante Sache, das Thema Staat wird aufgegriffen, Frankfurter Schule auf die Aktualität bezogen und eine andere Sichtweise auf Kapitalismuskritik auf gemacht.

Diese heiße für Staatskritik allerdings, dass sie in der zweiten Sitzung eher auf Legitimationsprobleme des modernen Staates eingehen müssten.

Anderes Problem wäre die Verschiebung der Sizungen und dass dan Grigat gleich 2mal als Text und nocheinmal als Referent auftaucht.

Also was sagt ihr, vor allem zu Zweiteilung und Verschiebung und Staatsgruppe zur „Festlegung“ des zweiten Themas?

Postone

Hier Notitzen zu Postones Kritik in Time Labor and Social Domination an Polloks und Horkheimes Konzept des Staatskapitalismus.
Hab bei Horkheimer irgendwann aufgehört zu notieren, weil es da noch weniger um Staat ging.

Nachkriegsgesellschaft totalitär gibt keine immantente Chance zur Veränderung, voll integriert, kein immanenter Widerspruch 85-86

´
pollock und horkheimer zeigen, dass mit den kategorien des tard marxismus keine immanente Kritik mehr möglich ist (90)

Pollock: Politik wird der #Ort von wirtschaftlicher Regulation und der Artikulation von sozialen Problemen-> intervenierender Staat und SU

steigende Widersprüche von Produktionsfaktoren und privater Aneignung-> daher Herabminderung der Produktionskräfte

da liberaler Kapitalismus nicht #Produktionskräfte effektiv nutzen kann-> Ende dieser Phase

aber diese Pahse hat die Möglichkeit zu geplanter Wirtschaft gegeben

Geplante Wirtschaft mit klassengesellschaft und privat besitz. Überwindung des Kapitalismus liegt nicht nur sm Grgrnstaz Produktionskräfte und -verhältnisse, sondern auch an Kraft der unterdrückten Klasse, aber die #Arbeiterklasse wurde zu unwichtig für Wirtschaft

Staat ist für Verteilungsprobleme zuständig

im liberalen Kapitalismus ist Gesetz doppelte Rationalität, bindend für herrscher und beherrschjte damit markt funktioniert. private und öffentliche Sphäre

im Staatskapitalismus kontrolliert staat alles. Kommando Hierarchie statt -markt. technische Rationalität regiert Gesetze. Individuen nur Mittel nicht Zweck. Freiheitsverlust verhüllt durch Öffnung früherer Normen. Nicht mehr Güterproduktion sondern nach Nutzen ohne Garantie für Befürfnissbefriedigung.

keine immanentew Kritik möglich, da Ökonomie steuerbar
Staatskapitlismus kan legitimatorische Probleme haben.

Massenarbeitslosigkeit als großes Problem

Totalitärer Staatskapitalismus ist undemokratisch. Individuen dürfen nicht reflektiern trotzdem brauch es Fortschritt, diese geht nur in Kriegsökonomie.

Kritik
keine historische Dynamik die zu Konflikten führt
angeblich öknomoische gesetze nicht mehr wichtig nur im Markt seien die marxistischen Kategorien richtig.
WiWi ist nicht mehr mit Problem von Tauschprozessen sondern mit Problem von Verwaltung knfrontiert
-> Staatskapitalismus hat keine Dynamik

Profitinteressen wichtig aber unwichtiger als genereller Plan, warum dann noch Kapitalismus
Macht statt Profitmotiv. Grund für Kap nur Klassengsellschaft. Aber nur Antagonimus kein Widerspruch, daher problematisch

Nach Pollock keine Verbindung zwischen Produktionsweise und Gesellschaft
Ob Sozalismus oder Staatskapitalismus ist nur Frage des Zie4ls der Verwaltung
Politk Quelle für Klassernunterschiede, die bestimmt sind durch Macht

Sollte nicht Kapitalismus genannt werden oder andere Begründung von Kapitalismus
pollock tut dies nicht beschränkt traditionelle Theorie auf liberalen Kapitalismus, die Definition der Kalassenunterschiede ist historisch zu ungenau. Außerdem betrachtet er bei der Produktion nur duie Verteilungsdimension

Horkheimer
Polloks Annahme eines nicht wiedersprüchlichen totalitären Kapitalismus für dazu, dass die Ökonomie nicht mehr als Ausgangspunkt gesehen wird, sondern Politik, Kultur und instrumentelle Vernunft

Zuerst Widerspruch bei Horkheimer, Totalisierung der Gesellschaft und kapitalistische soziale Strukturen. Widersprüchge fragmentieren die Totalität und und hinert ihre Realisation als rationales Ganzes. Widerspruch zwischen was ist und was könnte sein. Arbeit als Kontrolle der Natur muss zu sich selbst kommen. Diese wäre die Emazipation 108

Durch Kapitalismus zentralisation auf kleine Gruppe. Daher wird Kultur eingebettet in eine soziale Dominanz.

Autrotitärer Staat
Staatskapitalismus, aber Produktionskräfte sind noch potentiell emanzipatorisch, werden aber verdrängt

Kollaps möglich dadurch das Bürokratie Produktivität beschränkt

keine dynamischen Widersprüche, nur Gegensätze

Dominantim Gegensatz zur erster Notiz ist bei Horkheimer aber, dass es keinen Widerspruch zwischen Produktionskräften und autoritären Staat gibt.

Möglichkeit von Freiheit Unabhängig von Entwicklung der Produktivität

Unterschied Konzept und Realität als neuer Ausgangspunkt
Totalität erfasst nicht alles

Literatur
political economy and critical theory Giacomo Marramao
Pollock State Capitalism
Zur gegenwärtigen Lage des Kiapitalismus

Ringvorlesung „Kapitalistischer Realismus“ im Sommersemester 2009 an der Universität Wien

Blog: http://kapitalistischerrealismus.blogspot.com/

Prof. Dr. Rahel Jaeggi von der Humboldt Universität zu Berlin sprach am 14. Mai 2009 über das Thema Kapitalismus als Lebensform.

„Kapitalismuskritik hat Konjunktur. Aber was ist eigentlich das Problem am Kapitalimsus? Ist er falsch, ungerecht, irrational oder schlecht? Ist er böse oder dumm – oder funktioniert er einfach nicht? Auf welcher Grundlage lässt sich also, anders gefragt, der Kapitalismus kritisieren? Wenn man den banalen Vorwurf an die Raffgier Einzelner einmal weglässt, lassen sich drei Argumentationsmuster bzw. drei Strategien der Kritik unterscheiden. Erstens eine funktional argumentierende Strategie: Der Kapitalismus kann als Gesellschafts- und Wirtschaftssystem nicht funktionieren; er ist intrinsisch dysfunktional und notwendig krisenhaft. Zweitens eine moralische oder gerechtigkeitsorientierte Argumentation: Kapitalismus beruht auf Ausbeutung und beruht auf oder produziert eine ungerechte Gesellschaftsstruktur. Drittens die ethische Kritik: Das durch den Kapitalismus geprägte Leben ist ein schlechtes – z.B. ein entfremdetes – Leben.
In meinem Vortrag möchte ich diese drei Argumentationslinien nachvollziehen und auf ihre Triftigkeit hin befragen; ich werde darüberhinaus dafür argumentieren, dass man das Spezifische des Kapitalismus und die spezifisch in ihm liegende(n) Problematik(en) nur dann erkennt, wenn man diese drei Dimensionen zusammen sieht und den Kapitalismus unter dem übergreifenden Aspekt des Gelingens oder Scheiterns einer Lebensform betrachtet.“

Podcast des Vortrags

http://homepage.univie.ac.at/monica.titton/rv09/140509raheljaeggi.mp3

Für Daniel

OT: Buchvorstellung – „Einführung in die Kritische Theorie“

Di, 15.12.09 19 bis 22 Uhr Landesstiftung
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Buchvorstellung „Einführung in die Kritische Theorie“

Kurzbeschreibung zum Buch:
Der Band gibt eine verständliche und eingängig geschriebene Einführung in die Kritische Theorie, für die keine besonderen Vorkenntnisse nötig sind. Michael Schwandt zeichnet zunächst die Geburt der Kritischen Theorie aus der Krise des Marxismus nach und skizziert die Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung.

Vor diesem Hintergrund wird die Spannweite möglicher Antworten der Kritischen Theorie auf das Praxisproblem herausgearbeitet: Wie soll, wie kann sich politisch verhalten, wer diese Welt aus tiefstem Herzen ändern will, aber mit klarem Verstand erkennen muss, dass die Chancen dazu verschwindend gering sind? Dieser Frage wird anhand einer Gegenüberstellung der Positionen von Adorno und Marcuse nachgegangen, die wegen ihres ganz unterschiedlichen Bezuges auf die politischen Bewegungen ihrer Zeit oft als Antipoden wahrgenommen wurden.

So lässt sich bei der Auseinandersetzung mit der «Frankfurter Schule» immer wieder neu erfahren: Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.

Es wird zunächst einige Sätze vom Autor Michael Schwandt über sein Buch und einige Auszüge daraus zu hören geben. Anschließend gibt es bei einem kleinen Empfang die Möglichkeit zu Diskussion und Gesprächen im informellen Rahmen.

Veranstalter Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Veranstaltungsort Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
10967 Berlin, Kottbusser Damm 72
Nähe U-Bahnhof Hermannplatz
Lageplan

Adorno/Horkheimer: Der Begriff Aufklärung.

Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W. (2008): Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Fischer: Frankfurt am Main.

Ich frage mich ob angesichts dieses Textes ein Exzerpt – zwecks inhaltlicher Beherrschung – nicht lediglich eine Affirmation des Tatsächlichen ist?

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Die Aufklärung zerstört sich selbst, wenn ihr rückläufiges Moment nicht ins Denken aufgenommen wird. Die Errungenschaften des Fortschritts werden zunehmend in ihr Gegenteil verkehrt. So schlägt Aufklärung in Mythologie zurück und endet im Irrationalismus – denn sie bediente sich zunächst des Mythos, um dann in seinen Bann zu fallen. Nicht-kritisches Denken unterliegt dabei einer Metamorphose von Kritik in Affirmation von Tatsachen, deren Wahrheit sich verflüchtigt hat.
Ziel der Aufklärung ist es, den Menschen über die Natur/dunkle Kräfte als Herren einzusetzen und ihm durch zunehmendes Wissen die Furcht zu nehmen. Aufklärung ist radikale mythische Angst: es darf nichts mehr außerhalb der erfahrbaren Objekte sein. In diesem Sinne ist Wissen eine Technik der Beherrschung, der Verstand wird patriarchal gedacht.
Jede Metaphysik – als Erbteil der Mythologie – wird in Tatsachenwissen aufgelöst. Dadurch soll eine endgültige Beherrschung der Materie ermöglicht werden. Auch der Mythos wird als anthropomorph – als Projektion des Subjektiven in die Natur – entlarvt. Die Vielfalt der Natur unterliege letztendlich der Einheit des Subjekts.
Durch diese Erkenntnis zerfällt das Sein in Logos und Realität. So wird die Welt dem Subjekt entfremdet: Das An sich der Dinge wird Für den Wissenschaftler. Das Wesen der Dinge gerinnt zu einem einheitlichen Substrat von Herrschaft. Die Identität des Geistes mit der Einheit der Natur wird also über eine Machtbeziehung vermittelt.
Die Magie hatte dem Objekt noch eine einzigartige Bedeutung zugesprochen, seine Vertretbarkeit war je spezifisch (Voodoo-Puppe!). Im Prozess der Aufklärung wird der Gegenstand des Sinnes beraubt und zum zufälligen Bedeutungsträger. Er ist beliebig und universal fungibel: Dem Gegenstad wird durch „Rationalisierung“ Bedeutung zugesprochen indem er bezeichnet wird.
Somit wird alles kommensurabel (vergleichbar); das Einzelne wird durch die Herrschaft des Abstrakten nivelliert und verliert sich in repressiver Egalität. Diese Unterordnungsrelation spiegelt sich zusätzlich in der gesellschaftlichen Welt: indem nämlich die deduktive Form der Wissenschaft das Allgemeine dem Einzelnen gegenüberstellt und es beherrscht, drückt sie den durch Kategorien organisierten Stamm aus. Diese Kategorien entspringen dem Prozess der Arbeitsteilung. Erst durch die sprachliche Bindung des Manas durch die Zauberer wurde es möglich, die sich wiederholenden Naturprozesse als Ausfluss des Manas zur Norm zu erheben und die Produktiven eben diesen Naturprozessen zu unterwerfen (i.e. Jahreszeiten) etc.
Im Prozess der Aufklärung scheidet sich die Wissenschaft von der Dichtung, und damit teilt sich das Wort in Zeichen (erhebt Anspruch auf Kalkulation, strebt nicht die Ähnlichkeit mit dem bezeichneten an) und Bild (reine Abbildung ohne Erkenntnis) auf. Dadurch werden Wissenschaft und Kunst zur Antithese. Früher in der Zauberei, heute im Kunstwerk konnte das Ganze noch im Besonderen erscheinen. Die Philosophie vollzieht dementsprechend die Trennung von Anschauung und Begriff.
Die bestimmte Negation erlaubt das Vorgefundene der Entfaltung seines gesellschaftlichen, historischen und menschlichen Sinnes nach zu begreifen um nicht lediglich die Oberfläche der Erscheinung in abstrakte Beziehungen zu setzen. Im unmittelbar Gegebenen muss das Eingeständnis seiner Falschheit gelesen werden und so seiner Wahrheit zugeignet werden. Sprache wird so mehr als ein bloßes Zeichensystem.
Aufklärung schlägt in Mythos zurück, wenn das Denken bei der Bestätigung und Wiederholung des Tatsächlichen stehen bleibt. So nämlich wird die Tatsächlichkeit zur Ewigkeit und enthält wieder die ursprünglichen Elemente des Mythos: Kreislauf, Schicksal, Herrschaft der Welt ohne Hoffnung. Der Einzelne löst sich somit in einem System der Unmenschlichkeit auf, wird versachlicht, an die Objektivität einer Funktion angeglichen und verliert seinen Namen. Selbsterhaltung wird automatisiert. Während also das Ziel der Aufklärung die Unterwerfung der Natur unter das Selbst war, wird schließlich das Selbst selber unterworfen indem es als zweckgerichtet verstanden wird.
Odysseus und die Sirenen: Ruderer-Produktive. Odysseus-Gutsherr. Sirenen – Trieb. Bei den Ruderern muss die Ablenkung durch den Trieb zu zusätzlicher Anstrengung sublimiert werden: indem ihnen die Ohren verstopft werden. Gutsherr bindet sich unwiderruflich an die Praxis (den Mast) und neutralisiert die Lockung der Sirenen zum bloßen Gegenstand der Kontemplation.
Denken kann nicht kritisch sein, wenn es sich zwischen Befehl und Gehorsam entscheiden muss. Erkennt es allerdings diese Logik des Entweder-Oder als sich selbst entfremdete Natur in sich selbst wieder, kann es dem herrschaftlichen Anspruch entgehen, der ihn gerade vor der Natur versklavt. „Aufklärung ist mehr als Aufklärung, Natur, die in ihrer Entfremdung vernehmbar wird. In der Selbsterkenntnis des Geistes als mit sich entzweiter Natur ruft wie in der Vorzeit Natur sich selber an, aber nicht mehr unmittelbar mit ihrem vermeintlichen Namen, der die Allmacht bedeutet, als Mana, sondern als Blindes, Verstümmeltes. […] Durch die Bescheidung, in der dieser [der Geist] als Herrschaft sich bekennt und in Natur zurücknimmt, vergeht ihm der herrschaftliche Anspruch, der ihn gerade vor der Natur versklavt.“ (op. Cit.: 46)
Aufklärung kommt erst zu sich selbst, wenn sie dem Prinzip der blinden Herrschaft des Tatsächlichen entsagen kann. Sie muss den Respekt vor dem Gegebenen verlieren, das sie doch selbst erst geschaffen hat – denn so wird Aufklärung destruktiv.

***Geuss, Raymond: Die Idee einer kritischen Theorie, Königstein/Ts. (Hain), 1983.

a) Inwieweit ist dem Wunsch der Frankfurter Schule, eine Ideologie im positiven Sinne zu werden (vgl. Geuss S. 102), entsprochen worden?
b) Schema 3.2. als wesentliches zur Entkräftung des falschen Bewusstseins?

1.Charakteristika einer kritischen Theorie in Darstellung d. Frankfurter Schule
1.1.Anleitung zum menschlichen Handeln
a)Aufklärung → Instandsetzung von Personen, wahre Interessen festzustellen
b)emanzipative Kraft, die Personen von selbst auferlegten Zwang befreit
1.2.kognitiver Gehalt als Form von Erkenntnis
1.3.als Gegenpol zu naturwissenschaftlichen Theorien ‚reflektiv‘, nicht ‚objektivierend‘
2.wider Positivismus in Wissenschaft
_______________________________________________________________
1.Ideologie:
1.1.deskriptiver Sinn
1.2.abwertender Sinn
a)Ideologie als Täuschung oder ideologisch falsches Bewusstsein (WL S. 73, 95, 104; TP S. 435 ff.)
b)wie kann Bewusstseinsform ideologisch falsch sein? Aufgrund …
- epistemischer Eigenschaften der Überzeugungen, aus denen sie besteht (S. 23 f.)
- wenn Werturteile als Urteile über Tatsachen ausgegeben werden
- Objektivierungsfehler (z.B. soziales Phänomen für natürliches gehalten)
- Partikularinteressen werden als das der gesamten Gruppe ausgegeben
- ihrer funktionalen Eigenschaften (S. 24 f.)
- Ideologie als Bewusstseinsform, die überflüssige Herrschaft aufrechterhält und legitimiert
- Legitimierung gesellschaftlicher Institutionen; Aufrechterhaltung ungerechter sozialer Verhältnisse und Herrschaftsmethoden (S. 25)
- Herrschaft als Macht, normative Repression auszuüben (S. 26)
---> allerdings: ‚herrschaftsstabilisierendes Bewusstsein‘ nicht identisch mit ‚herrschaftslegitimierendem Bewusstsein
- ihrer genetischen Eigenschaften
- Herkunft, Geschichte

1.3.positiver Sinn
den Bedürfnissen einer Gruppe angemessenste Form der Ideologie (S. 33)
1.4. Ideologiekritik d. Frankfurter Schule
- Kritik der Gesellschaft vereint mit Ideologiekritik der in ihr herrschenden Ideen
- Ideologiekritik als Form von Erkenntnis über ein falsches Bewusstsein, eine Täuschung
- Überzeugungen werden aus Wunschtrieb heraus angenommen, weil sie bestimmte Interessen befriedigen

2.Interessen
2.1. wirkliche Interessen
1) vollständiges Wissen (Wissen führt zur Aufklärung der Falschheit derzeitigen Handelns)
2) optimale Bedingungen (Umstände, die falsche Wünsche generiert haben, müssen theoretisch geändert werden, um wahres Interesse zu erkennen)
---> Realisierung optimaler Freiheits- und Wissenserwerbsbedingungen → Erkenntnis wahrer Interessen

3.Kritische Theorie
3.1. kognitive Struktur
- Verwendung
--> nicht instrumentell, sondern kritisch-emanzipativ (S. 67)
--> Teil des Objektbereiches → immer selbstreflexiv
--> kritische Theorie als Antizipation ihrer eigenen Verwendung, um rational zu handeln
--> beansprucht, Personen sagen zu können, welche Interessen sie rationalerweise haben sollten und wie sie dementsprechend handeln könnten
--> Unfreiheit durch Akzeptanz gesellschaftlicher Institutionen, denen prozedurale Legitimität zugesprochen wird
Selbstaufbürdung der Zwangsverhältnisse
- Methode der Befreiung
--> kritische Theorie als Anstoß zur ‚Selbstreflexion‘
--> „legitimierende Überzeugungen sind nur dann akzeptabel, wenn sie von den Gesell­schaftsmitgliedern in einer freien und zwanglosen Diskussion, an der alle teilnehmen, erworben werden könnten“
--> kontextualistischer (Adorno) Ansatz der kritischen Theorie als Kritik am Zwang
--> transzendentaler (Habermas) Ansatz → transzendentale Deduktion kantianischen Schlags
--------> Bewusstsein, was unter Zwangsbedingungen erlangt wurde, muss kategorisch abgelehnt werden
ideale Sprechsituation (S. 78) → bei jeder Handlung wird ideale Sprechsituation antizipiert
- Ideologie
--> legitimiert ungleiche Verteilung normativer Macht (S. 87)
--> „Dass Unterdrückung ihre Legitimität verliert, ist vielleicht notwendige Vorbedingung für ein politisches Handeln, das zu wirklicher Befreiung führt.“ (S. 89)
3.2. Bestätigung
- Aufbau einer kritischen Theorie (S. 90 f.)
A) Zeigen, dass Übergang von Anfangszustand zu empfohlenen Endzustand möglich ist
B) Zeigen, dass obiges ‚praktisch notwendig‘ ist, also Unfreiheit, Täuschung → weniger Unfreiheit, Täuschung
C) Kritische Theorie muss Selbstbewusstsein der Gesellschaftsmitglieder begleiten
D) Analyse der Voraussetzungen der derzeitigen Gesellschaft für die Anwendung einer kritschen Theorie
- Aufstellung gültigen Bildes des guten Lebens aus kultureller Tradition (S. 98)
- Kritische Theorie muss Ideologie im positiven Sinne werden, für alle Mitglieder der Gesellschaft (S. 102)
- Aufgabe ist es, utopischen Gehalt kultureller Tradition zu retten

TW = Habermas, Jürgen: Technik und Wissenschaft als Ideologie
WL = Wellmer, Albrecht: Kritische Gesellschaftstheorie und Positivismus
TP = Habermas, Jürgen: Theorie und Praxis

KritikNetz

Nur ein Hinweis auf eine mglw. sehr hilfreiche Seite (steht jetzt auch in der Linkliste)
Dazu gleich davon: Exzerpt zu: Max Horkheimer – Traditionelle und Kritische Theorie

Buchempfehlung

Hab heute den Tipp bekommen doch mal

Weyand, Jan, 2001: Adornos Kritische Theorie des Subjekts zu lesen

Da wird wohl ganz gut deutlich wir die kritische Theorie Adornos an Marx, Hegel und Freud anknüpft. Was als Grundlage ja nichts schlecht ist. Ich werd aufjedenfall mal reinschauen, wollte den Tipp nur weiter geben.

Zum Klassen ausflug ja!

Die beslossene Planung finde ich auch gut. Bloß würde ich gerne bei den Themen den Aktualitätsbezug nicht nur in der Diskussion sondern auch mit Textgrundlagen, falls vorhanden betreiben. Sei es eine direkte Auseinandersetzung mit der kritischen Theorie und damaligen gesellschaftsannahmen oder einfach nur ein „neuerer“ Ansatz. Aber da kann ich mich ja gerne drum kümmen.