Beiträge von subversiv

Horkheimer „Materialismus und Metaphysik“

Beginnend mit der Zurückweisung einer verkürzten Materialismuskritik (im Sinne einer Kritik an dessen vermeintlicher Ignoranz ggü der Erkenntnisproblematik), entwickelt Horkheimer das Konzept materialistischer Philosophie im Verhältnis und in Abgrenzung zur metaphysischen und idealistischen. Anhand unterschiedlicher Beispiele wied er Subjekt-Objekt-Relation (=> Dialektik), dem Zeitbegriff oder der Bedeutung von Ökonomie stellt der den zentralen Unterschied heraus. Dieser besteht seiner Ansicht nach in der Akzeptanz bzw. Negierung der Bedingtheit von Erkenntnissen. Wähernd der Idealismus die Unmöglichkeit vollkommenen Wissens auf den Kantschen Seinsbegriff zurückführe, betrachte der Materialismus das Problem als abhängig von sozialen und historischen Verhältnissen. Ihn interessiere immer v.a. das gesellschaftliche Problem der Glücksfindung im Diesseits, daher lenke er den Blick zwangsläufig auf ökonomische u. Verteilungsfragen. Vom Positivismus schließlich trenne ihn die Bewertung dieser Erkenntnistheorie im Sinne der Perspektivenvielfalt.

Angelus Novus

Angelus Novus

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.
(Benjamin, Über den Begriff der Geschichte)

Veranstaltung: „Adornos Kritik der politischen Ökonomie“

Dienstag, 5. Januar 2010, 19:00 bis 21:00 Uhr in Berlin
Adornos Kritik der politischen Ökonomie
Philosophische Gespräche

Der Vortrag rekonstruiert drei Etappen von Adornos Aneignung und Entwicklung der Kritik der politischen Ökonomie: vor und während des Exils in Amerika sowie nach der Rückkehr nach Frankfurt. Erst in der „Negativen Dialektik“ ge­langt Adorno zu einem Ökono­miebegriff, der einerseits das Verhältnis von Natur und Ge­sellschaft, andererseits das der Gesellschaft zu sich selbst umfaßt. Die Kritik der so verstandenen Ökonomie verweist zuletzt auf die Utopie einer Mensch­heit, die jener nicht länger schicksalhaft verfallen wäre.

Referent: Dirk Braunstein
Moderation: Dr. Matthias Rothe
Kosten: 1,50 Euro
Helle Panke e.V., Kopenhagener Straße 9

Schwarze Risse: Aktuelle Perspektiven der kritischen Theorie

Aktuelle Perspektiven der kritischen Theorie

mit Robin Celikates und Ina Kerner

am Montag, den 23. November 2009, 19:30 Uhr im Versammlungsraum des Mehringhofs

http://www.schwarzerisse.de/Veranstaltungen_bei_Schwarze_Risse.htm

Welche Aufgaben können und sollen kritische sozial- und politiktheoretische Projekte heute erfüllen? Kann man noch, oder sollte man gar wieder so genannte „große“ Theorien entwerfen oder ist es vielversprechender, sich konkreten Problemen zu widmen? Ist es möglich, ohne Paternalismus über Phänomene zu schreiben, von denen man nicht selbst negativ betroffen ist? Außerdem: Wie ist es um das Verhältnis von Theorie und sozialer wie politischer Praxis bestellt?
An diesem Abend werden zwei neuere Bücher vorgestellt und diskutiert, die mit diesen Fragen ganz unterschiedlich umgehen:

Robin Celikates setzt sich in Kritik als soziale Praxis. Gesellschaftliche Selbstverständigung und kritische Theorie (Campus 2009) mit den Methoden kritischen Theoretisierens auseinander und stellt dabei das Spannungsverhältnis zwischen dem Selbstverständnis „gewöhnlicher“ Akteure und der theoreti-schen Beobachterperspektive in den Mittelpunkt. In Auseinan-dersetzung u.a. mit der kritischen Soziologie Pierre Bourdieus entwirft er ein nicht-paternalistisches Verständnis kritischer Theorie. Dieses begreift kritische Theorie als soziale Praxis, die keine epistemisch privilegierte Position voraussetzt, sondern im Anschluss an alltägliche Praktiken der Rechtfertigung und der Kritik verfährt.

Ina Kerner setzt im Vergleich konkreter an. Ihr Buch Differenzen und Macht. Zur Anatomie von Rassismus und Sexismus (Campus 2009) ist der Versuch, eine angemessene, das heißt angemessen komplexe Beschreibung der Funktionsmechanismen und des Ver-hältnisses von Rassismus und Sexismus zu erarbeiten. Zu diesem Zweck führt sie wichtige Positionen der Rassismus-theorie, der feministischen Theorie sowie der aktuellen Debatten über Intersektionalität, d.h. der Verschränkungen verschiedener Formen von Macht und Ungleichheit zusammen. Sie plädiert für eine integrative Sichtweise, die Rassismus und Sexismus als mehrdimensionale Machtrelationen fasst und dabei Ähnlichkeiten, Unterschiede, Kopplungen und Intersektionen zwischen ihnen berücksichtigt.

Beginn am 23.11.2009 um 19.30 Uhr
Veranstaltungsort:
Gneisenaustr. 2a,
10961 Berlin – Kreuzberg
Tel: 030 – 69 28 779

Max Horkheimer: Von Marx zur Kritischen Thoerie

Endlich mal wieder ein Video! Wusste gar nicht, dass der hessische Dialekt so stark war :)
Das ist tiefstes Schwäbisch mein Lieber!

Ideologiekritik Einführungstext

Hier ein evtl. Einführungstext zum Thema
Rahel Jaeggi \"Was ist Ideologiekritik\"

KritikNetz

Nur ein Hinweis auf eine mglw. sehr hilfreiche Seite (steht jetzt auch in der Linkliste)
Dazu gleich davon: Exzerpt zu: Max Horkheimer – Traditionelle und Kritische Theorie

Veranstaltung zu „Kulturindustrie“ am 24.10.09

Samstag, 24. Oktober 2009, 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Junge Panke
„Kulturindustrie“ — Aufklärung als Massenbetrug
oder: Was ist Kritik?

„Kultur heute schlägt alles mit Ähnlichkeit. Film, Radio, Magazine machen ein System aus“, stellten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer vor mittlerweile über 60 Jahren in dem berühmten Abschnitt über Kulturindustrie in der „Dialektik der Aufklärung“ fest. Die darin vertretenen Thesen, die nicht selten als Anweisungen für Apokalyptiker rezipiert werden, verweisen auf Veränderungen und Verschiebungen innerhalb der Idee der Aufklärung selbst – das verändert sowohl den Begriff der Ideologie, der Rationalität als auch den der Wahrheit einschneidend.
Um Adornos These eines universellen Verblendungszusammenhanges nicht verkürzt zu verstehen, um die darin zum Ausdruck kommende Analyse von Totalität nicht totalitär misszuverstehen, um Kultur als „paradoxe Ware“ analysieren zu können, empfiehlt sich eine genaue und detaillierte Lektüre des Abschnitts „Kulturindustrie“. In systematischer Art und Weise werden wir anhand dieses Abschnittes genauer die darin enthaltenen Vorstellungen einer Weiterentwicklung klassisch hegelmarxistischer Motive der älteren Kritischen Theorie erarbeiten, darstellen und diskutieren.
Gemeinsam mit „reflect!“ im Rahmen des JugendbildungsNetzwerks bei der RLS

Team: Stefan Müller, Janne Mende (reflect! e.V.)
Anmeldung erforderlich
Teilnahme: 5 Euro (inkl. Mittagessen) –
Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin


JAZ: Ausstellung zur „Frankfurter Schule“

Jüdische Allgemeine: \"Rückkehr nach Deutschland\"

Autonomes Seminar #2

Hey,
im folgenden die Mail von Wolfgang Ratzert vom Autonomen Seminar. Ich werde sie erst beantworten können, wenn ich wieder da bin. Ich denke abgesehen von weiteren Fragen könnten wir auf jeden Fall mal in den Lektürekurs gucken ….

Hallo Andreas,

besteht inzwischen größere Klarheit hinsichtlich
Eurer Planung über „Kritische Theorie“?

Hinsichtlich unseres eigenen Semesterprogramms
versende ich in den nächsten Tagen einen
Infobrief.

Unser Lektürekurs liest das neue Buch von Peter
Sloterdijk: „Du mußt dein Leben ändern.“ – Erster
Termin: Do, 22.10.09, 18:00 im Raum 293 im
HUB-Seminargebäude Invalidenstraße 110.
Sloterdijk setzt sich auch mit Adorno, Bourdieu
usw. auseinander – es gäbe Berührungspunkte.

Ciao
Wolfgang

Dazu muss ja der Finanzantrag eigentlich schon fertig sein, ich hab das leider im Arbeiten-Stress vergessen, werde mich aber in den nächsten Tagen mal drum kümmern. Tut mir leid, M., hab das mit der Mail auch nicht mehr geschafft. Hier aber noch, als Vorlage, der Bericht von einer durchaus vergleichbaren Veranstaltung, die letztes Jahr von der RLS gefördert wurde:
Sachbericht Seminar \"Zur Aktualität Marxscher Theorie\"