Horkheimer „Materialismus und Metaphysik“

Beginnend mit der Zurückweisung einer verkürzten Materialismuskritik (im Sinne einer Kritik an dessen vermeintlicher Ignoranz ggü der Erkenntnisproblematik), entwickelt Horkheimer das Konzept materialistischer Philosophie im Verhältnis und in Abgrenzung zur metaphysischen und idealistischen. Anhand unterschiedlicher Beispiele wied er Subjekt-Objekt-Relation (=> Dialektik), dem Zeitbegriff oder der Bedeutung von Ökonomie stellt der den zentralen Unterschied heraus. Dieser besteht seiner Ansicht nach in der Akzeptanz bzw. Negierung der Bedingtheit von Erkenntnissen. Wähernd der Idealismus die Unmöglichkeit vollkommenen Wissens auf den Kantschen Seinsbegriff zurückführe, betrachte der Materialismus das Problem als abhängig von sozialen und historischen Verhältnissen. Ihn interessiere immer v.a. das gesellschaftliche Problem der Glücksfindung im Diesseits, daher lenke er den Blick zwangsläufig auf ökonomische u. Verteilungsfragen. Vom Positivismus schließlich trenne ihn die Bewertung dieser Erkenntnistheorie im Sinne der Perspektivenvielfalt.