Kulturkritik I+II – (original von Daniel)

[vorraussichtlich 21.05.2010, 18 Uhr (c.t.)] Kulturkritik I: Vom Kultwert des Kunstwerks zur bürgerlichen Kunst und von der Massenkultur zur Kulturindustrie
Die Sitzung gilt im Wesentlichen der Vermittlung grundlegenden Wissens zum Diskussionsthema Kultur im Lichte der Kritischen Theorie. Zunächst wird die These Benjamins zum Kultwert des Kunstwerks, welcher in seiner einzigartigen Aura der Unnahbarkeit liege, diskutiert, sowie die darin begründete Ausführung Adornos zur Autonomie als Ideologie der bürgerlichen Kunst. Die Möglichkeit einer wahren Kunst, in der die leidvolle Diskrepanz von Ideal und Wirklichkeit zum Ausdruck komme, wird vollends in der Massenkultur, bzw. der modernen Kulturindustrie preisgegeben. Dabei bezeichnet der Begriff Massenkultur die früheren Versuche der Frankfurter Schule, die zunehmend völlig dem Produktionsprozess unterliegenden Freizeitaktivitäten des Menschen zu begreifen. Schließlich streicht Adorno mit dem Konzept der Kulturindustrie die objektive Tendenz der gesellschaftlichen Totalität heraus, sich alle Lebensbereiche mit dem uneinlösbaren Versprechen der Erlösung einzuverleiben.
Literatur:
- Auszüge aus: Benjamin, Walter: „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.
- Adorno, Theodor W. und Max Horkheimer: Kulturindustrie In: dieselben: „Dialektik der Aufklärung“.
- Adorno, Theodor W.: „Résumé über die Kulturindustrie“.

[vorraussichtlich 28.05.2010, 18 Uhr (c.t.)] Kulturkritik II: Die Möglichkeit der Kulturkritik und der autonomen Kunst
Mit eingeladenen DiskutantInnen sollen in diesem Seminar zunächst unter Bezugnahme auf Adornos „Kulturkritik und Gesellschaft“ Formen der Kulturkritik ausgelotet werden. In diesem Aufsatz verwirft Adorno eine konservative Kulturkritik, die an dem Begriff Kultur als ihrem bloßen Fetisch festhält und setzt ihr gegenüber eine dialektische, die sich im Spannungsfeld zwischen Immanenz – die Kultur wird mit ihrem eigenen Ideal konfrontiert – und Transzendenz – Kultur wird als Ideologie in Frage gestellt – bewegt. Anschließend soll die Möglichkeit einer autonomen Kunst gezeigt werden (Marcuse), welche eine Alternative zur bürgerlichen Form des Kunstwerks und der von der gesellschaftlichen Produktion vereinnahmten Kulturindustrie.
Gäste: Mark Terkessidis, Tom Holert, ehemalige Redakteure der Spex und Gründer des ISVC (Institute for Studies in Visual Culture).
Literatur:
- Adorno, Theodor W.: Kulturkritik und Gesellschaft In: derselbe: „Kulturkritik und Gesellschaft“.
- Auszüge aus: Marcuse, Herbert: Über den affirmativen Charakter der Kultur, in: derselbe: „Kultur und Gesellschaft I“.