Schwarze Risse: Aktuelle Perspektiven der kritischen Theorie

Aktuelle Perspektiven der kritischen Theorie

mit Robin Celikates und Ina Kerner

am Montag, den 23. November 2009, 19:30 Uhr im Versammlungsraum des Mehringhofs

http://www.schwarzerisse.de/Veranstaltungen_bei_Schwarze_Risse.htm

Welche Aufgaben können und sollen kritische sozial- und politiktheoretische Projekte heute erfüllen? Kann man noch, oder sollte man gar wieder so genannte „große“ Theorien entwerfen oder ist es vielversprechender, sich konkreten Problemen zu widmen? Ist es möglich, ohne Paternalismus über Phänomene zu schreiben, von denen man nicht selbst negativ betroffen ist? Außerdem: Wie ist es um das Verhältnis von Theorie und sozialer wie politischer Praxis bestellt?
An diesem Abend werden zwei neuere Bücher vorgestellt und diskutiert, die mit diesen Fragen ganz unterschiedlich umgehen:

Robin Celikates setzt sich in Kritik als soziale Praxis. Gesellschaftliche Selbstverständigung und kritische Theorie (Campus 2009) mit den Methoden kritischen Theoretisierens auseinander und stellt dabei das Spannungsverhältnis zwischen dem Selbstverständnis „gewöhnlicher“ Akteure und der theoreti-schen Beobachterperspektive in den Mittelpunkt. In Auseinan-dersetzung u.a. mit der kritischen Soziologie Pierre Bourdieus entwirft er ein nicht-paternalistisches Verständnis kritischer Theorie. Dieses begreift kritische Theorie als soziale Praxis, die keine epistemisch privilegierte Position voraussetzt, sondern im Anschluss an alltägliche Praktiken der Rechtfertigung und der Kritik verfährt.

Ina Kerner setzt im Vergleich konkreter an. Ihr Buch Differenzen und Macht. Zur Anatomie von Rassismus und Sexismus (Campus 2009) ist der Versuch, eine angemessene, das heißt angemessen komplexe Beschreibung der Funktionsmechanismen und des Ver-hältnisses von Rassismus und Sexismus zu erarbeiten. Zu diesem Zweck führt sie wichtige Positionen der Rassismus-theorie, der feministischen Theorie sowie der aktuellen Debatten über Intersektionalität, d.h. der Verschränkungen verschiedener Formen von Macht und Ungleichheit zusammen. Sie plädiert für eine integrative Sichtweise, die Rassismus und Sexismus als mehrdimensionale Machtrelationen fasst und dabei Ähnlichkeiten, Unterschiede, Kopplungen und Intersektionen zwischen ihnen berücksichtigt.

Beginn am 23.11.2009 um 19.30 Uhr
Veranstaltungsort:
Gneisenaustr. 2a,
10961 Berlin – Kreuzberg
Tel: 030 – 69 28 779