Archiv für Juli 2009

inhaltliche Arbeit in Semesterferien

Also Stephan, ich finde es löblich, dass du das klarstellst, aber für mich kommt es dann eben doch auf konkrete Einwände an, die uns konkret diskutieren lassen.
wenn wir zum beispiel in punkto kulturindustrie defizite bei den autoren der kritischen theorie erkennen, wird das natürlich zur folge haben, auch gegenstandpunkte zu diskutieren.
nur hat unser mittlerweile gefundener veranstaltungstitel qua definition den anspruch, kritische gesellschaftstheorie zu beleuchten, mit den anfängen in den 30er, 40er jahren und mit dem ausgangspunkt der shoah-analyse begründet.
hierfür muss natürlich das grundgerüst dieser theorietradition angesprochen sein und der begriff der kritik in abgrenzung zu affirmation (oder nennen wir es, wie wir wollen) geklärt sein.
die methodik einer negativen dialektik, die mit der kritik nicht einfach an einem bestimmten punkt aufhört, muss im kontext der frankfurter schule erläutert werden und kann unseren aktualitätsanspruch gut unterbringen, wie ich finde.

pardon für meine verspätung mit dem geuss-buch.
und überhaupt: pardon für meine intellektuelle und physische abwesenheit.

wir wissen, ja wo jetzt anzusetzen ist, nämlich an den texten sowie an der formalen ausgestaltung

Verwaltete Welt und Massenkultur
Methodisch konsequent arbeitet das kapitalistische System als Selbstzweck, all seine Nebenprodukte sind Bestandteil seiner Affirmation. Kulturphänomene genau wie soziale Systeme ordnen sich einer Methodik der Entfremdung unter. Dem Menschen, wenn es ihn so noch gibt, erscheint keine Alternative zu einem Alltag, in welchem er funktioniert.
Kritik des instrumentellen Alltags
- Benjamin, Walter: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
- Baecker, Dirk mit v.a.: Kapitalismus als Religion, Kulturverlag Kadmos, 2003
- Baecker, Dirk: Studien zur nächsten Gesellschaft
- Jaeggi, Rahel: Entfremdung
- Marcuse, Herbert: Der eindimensionale Mensch
- Sloterdijk, Peter: Du mußt dein Leben ändern: Über Religion, Artistik und Anthropotechnik
- Sloterdijk, Peter: Die Verachtung der Massen: Versuch über Kulturkämpfe in der modernen Gesellschaft
- Kluge, Alexander: Nachrichten aus der ideologischen Antike

Psychoanalyse, Androzentrismus, Gender und Kritische Theorie
Es ist inzwischen zu einem Gemeinplatz geworden, dass Marxismus und Psychoanalyse der theoretische Kernbestand des interdisziplinären Forschungszusammenhangs ‚Kritischer Theorie‘ sind. Wie fein aber psychoanalytische Einsichten und Motive in die zentralen Thesen und Themen des Schlüsseltextes ‚Kritischer Theorie, der Dialektik der Aufklärung, eingewoben sind, ist noch nicht genauer untersucht worden.
- Decker, Oliver, Christoph Türcke (Hrsg.): Kritische Theorie Psychoanalytische Praxis (Broschiert)
- Marcuse, Herbert: Triebstruktur und Gesellschaft
- Rantis, Konstantin: Psychoanalyse und ‚Dialektik der Aufklärung‘ (Broschiert)
- Saebisch, Babette: Die Rezeption der Freudschen Kulturbetrachtung in Herbert Marcuses „Triebstruktur und Gesellschaft“ (CD-ROM)
- Whitebook, Joel: Der gefesselte Odysseus. Studien zur Kritischen Theorie und Psychoanalyse

Kritik der Praxis, Theorien der Praxis
- Baecker, Dirk/Alexander Kluge: Vom Nutzen ungelöster Probleme
o Alexander Kluge spricht mit Dirk Bäcker schlau und nett
- Bloch, Ernst:
o Abschied von der Utopie?
o Das Prinzip Hoffnung
- Buhren, Frank: Die Erosion der Kritik: Freud, Marx, Foucault in der modernen Diskursformation
o Probleme des bürgerlichen Strebens nach Kanonisierung und Verwertung von Gedanken
o die Entschärfung der Kritik im System des Kritisierten
- Gramsci, Antonio
- Honneth, Axel: Pathologien der Vernunft. Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie
- Jaeggi, Rahel: Was ist Kritik
- Löwenthal: Mitmachen wollte ich nie
- Lukács, Georg: Gelebtes Denken
- Marx, Karl und Friedrich Engels:
o Thesen über Feuerbach, MEW 3
o Deutsche Ideologie, MEW 3
- Matschukat, Jürgen: Geschichte schreiben mit Foucault
o Brieler, Ralf: Erfahrungstiere und Industriesoldaten – Marx und Foucault über das historische Denken, das Subjekt und die Geschichte der Gegenwart
o GIBT ES BEI GOOGLE BOOKS ZUM KOSTENLOSEN ANSCHAUEN!!!
- Sartre, J.P.:
o Der Intellektuelle als Revolutionär
o Geschlossene Gesellschaft
- Weiss, Peter: Die Ästhetik des Widerstands

Eurozentrismus und die marxistische Kritik am Postkolonialismus
Zedler 1741: „Obwohl Europa das kleinste unter allen 4. Teilen der Welt ist, so ist es doch um verschiedener Ursachen willen allen übrigen vorzuziehen. […] Es hat an allen Lebensmitteln einen Ueberfluß. Die Einwohner sind von sehr guten Sitten, höflich und sinnreich in Wissenschaften und Handwerken.“
- Ashcroft, Bill; Gareth Griffiths; Helen Tiffin: The Empire Writes Back
- Dhawan, Nikita; María do Mar Castro Varela: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung. transcript-Verlag 2005
- Said, Edward W.: Orientalismus
- Schmitz, Markus: Kulturkritik ohne Zentrum. Edward W. Said und die Kontrapunkte kritischer Dekolonisation. Bielefeld: transcript-Verlag 2008
- Sloterdijk, Peter: Im Weltinnenraum des Kapitals: Für eine philosophische Theorie der Globalisierung
- http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1431
o Postcolonial Studies; Leitung: Anil Bhatti (New Delhi)
Dieses Forum präsentiert wissenschaftliche Texte, die im weitesten Sinne postkoloniale Fragestellungen in den Literatur- und Kulturwissenschaften dokumentieren. Das Interesse an solchen Fragestellungen, das bis vor etwa einem Jahrzehnt sich auf das angelsächsische Sprachgebiet konzentrierte, ist jetzt im mehrsprachigen Europa auffallend gestiegen. Dies mag mit den gesellschaftlichen und kulturellen Transformationen in Europa und den Spannungen, unter denen bereits bestehende komplexe Gesellschaften im historischen Prozeß existieren, zusammenhängen. Postkoloniales Denken wird in diesem Forum als ein intern durchaus widersprüchliches Ensemble von Haltungen zum Prozeßcharakter von Kulturen begriffen. Ihr Reflexionsfeld umfaßt Problembereiche wie: die Normalität bzw. Problematik plurikultureller, multilingualer, multireligiöser und multiethnischer Zusammenhänge; das Problem von Alterität, Diversität, Hybridität, und von entsprechenden Mechanismen von Inklusion und Exklusion. Im weitesten Sinne hängen diese Fragestellungen mit einem offenen Konzept von „Weltliteratur“ zusammen. Die Relevanz dieser Fragestellungen für Literatur- und Kulturprozesse in Europa wird zur Diskussion gestellt.

Update

Hier die Ergebnisse vom gestrigen „Treffen“:

Literatur für die Semesterferien:

Geuss, Raymond: Die Idee einer kritischen Theorie (wird am Freitag kopiert; wird jedeN ca. 5-7€ kosten)

Horkheimer, Max: Traditionelle und Kritische Theorie (wurde im Schwarze Risse bestellt; wahrscheinl. nicht für alle ausreichend; wird Do abgeholt) (Den Aufsatz gibt es auch hier http://rapidshare.com/files/270195318/horkheimer_theorie.pdf.html) edit: 22.08.2009: jupaanko

Adorno, Theodor Wiesengrund/Horkheimer, Max: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente (vorerst das 1. Kapitel Der Begriff der Aufklärung. Zu finden unter: http://www.offene-uni.de/archiv/textz/textz_phil/dialektik_aufklaerung.pdf)

Honneth, Axel: Kritische Theorie. In: Fetscher, Iring/Münkler/Herfried: Pipers Handbuch der politischen Ideen. Neuzeit. Vom Zeitalter des Imperialismus bis zu den neuen sozialen Bewegungen (Bd.5). S.601-611. (zu finden unter: http://rapidshare.com/files/261304946/krit.th.honneth.pdf.html)

Es hat sich also ein kleiner Misch aus Grundlagentexten sowohl der Primär- als auch Sekundärliteratur ergeben. Wesentliche Einwände müssten bis spätestens morgen bestenfalls hier geäußert werden.

Des Weiteren werden subversiv, bephep und natürlich alle, die ebenfalls in Berlin verweilen, in der zweiten Augusthälfte den Finanzantrag für die RLS anfertigen.

Ok etwas weniger genervt hab ich grad in meinem Bett an unsere Diskussion heute gedacht. Wenn es so gewirkt hätte als ob ich alle anderen für blöd halte, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. Trotz allem möchte ich gerne nocheinmal klar machen worum es mir ging.

Für mich stand für dieses Tutorium im Vordergrund kritische Theorien zu finden, die mir einen Ansatzpunkt geben die Wirklichkeit zu erklären. Ob die nun Frankfurter Schule, Postmarxismus oder Poststrukturalismus sind war mir da ziemlich egal. Dann kam raus, dass dies nicht Konsens ist und, dass sich die meisten eher dafür ausgesprochen haben sich mehr an der Frankfurter Schule zu orientieren, nicht nur in der Themenwahl sondern auch mit den Autoren, aber zu orientieren, was für mich OK war. Dann war das heute nach unserm Treffen mit Jaeggi ein hin und her erst Themen dann doch Autoren bzw halt nur Frankfurter Schule.

Und ja dazu möchte ich einfach nochmal sagen, ich finde es spannend sich mit der Frankfurter Schule zu beschäftigen, es ist bestimmt inspirierend und bestimmt durchaus auch für Politik zu gebrauchen. Aber es geht mir nicht darum genau die Methodik der Frankfurter Schuel zu verstehen, klar ist das spannend, aber dafür möchte ich kein Projektutorium gestalten, da setze ich mich lieber irgendwo rein. Mein Ziel war es ganz konkret Gegenwärtiges kritisieren zu lernen und nicht an bestimmten Punkten stopp zu machen mit der Textarbeit nur weil da die kritische Theorie noch nicht weitergedacht hat oder denken konnte und wenn dann dafür die Tiefe der Frankfurter Schule mit ihrer ganzen Methodik und Philosophie darunter leidet ist das für mich zum Beispiel OK, weil es für mich um kein Philosophie Seminar geht. Un dich glaube auch das einer der Punkte Frau Jaeggis war, dass sie meinte wir müssen uns überlegen wollen wir die kritische Theorie so durchdringen oder auch darüber hinaus gehn und halt nicht beides wie wir es jetzt machen, wobei beides einzeln OK wäre.

Mir geht es einbfach darum an Stellen wo die kritische Theorie nicht mehr weiterkommt auch anderes zu lesen und wenn dafür Zeit für das ein oder andere an mehr Tiefe der Frankfurter Schule fehlt ist das wie gesagt für mich legitim. Daher ging es mir eigentlich heute nur darum sich dies offen zu halten bzw auch zu wollen, wenn man sieht, dass die Theorie an der und der Stelle in einer Sackgasse ist bzw noch weitergehen muss, dann dies auch zu tun und nicht nur kurz mündlich anzusprechen. Und für mich war heute schon erkennbar, dass dies einige Leute nicht mehr wollten, also Neubegehung der kritischen Theorie in dem Sinne wir lesen die und sprechen dann mal drüber wie aktuell dass noch ist, damit fehlt mir persönlich aber genau der Teil der mir wichtig ist nämlich auch Texte zu lesen, die mir genau das möglich machen, das Jetzt zu kritisieren.

Natürlich ist es richtig erst mal jetzt Jaeggis Empfehlung zu lesen, aber wenn jetzt schon klar ist wir machen aufjedenfall nur kritische Theorie, dann muss ich sagen ist das nicht das was ich machen will, weil ich kein Theorie beleuchten will sondern die Realität mit Theorie, wie gesagt beides ist spannend aber allein für das erste möchte ich nicht so viel Energie verwenden und organisieren, da setze ich mich dann lieber nur rein.

Na denn lesen wir erstmal das empfohlene Buch und diskutieren nochmal, ich hoffe es ist einigermaßen rübergekommen was ich meine.

Adorno Kultur und Verwaltung

Ich habe etwas den Inhalt des Adornotextes mit unzusammenhängenden Sätzen versucht zu fassen…
Mit dem Ziel des allgemeinen Erkenntnisgewinns. Es fehlt allerdings ist das eigentlich nicht vollständig,
aber ich glaube so die Grundgedanken, die da über Kunst und Kultur so drinstecken bzg. der Funktion
von Kunst sind sowieso wichtiger als die Vollständigkeit.
Um Verwirrung zu vermeiden sollte gesagt sein, dass der Herr von Kultur und Kunst mehr oder minder
als Synonym spricht.

Kultur wird gefasst als Manifestation des reinen Menschenwesens

Problematik in der Beziehung zwischen Kultur und Verwaltung ergibt sich aus den verschiedenen Logiken, nach denen beide funktionieren
Verwaltung → Rationalität
Kultur → Geist: irrational, spontan, nicht planend

Kultur wird von Verwaltung an von außen herangetragenen Normen gemessen, damit wird nicht die Qualität des Objekts erfasst.
Die abstrakten Maßstäbe der Verwaltung können die immanente Qualität von Kulturprodukten nicht erfassen

Der Glaube an die Kultur als Manifestation des genuin „Unnützlichen“ ist zutiefst verbunden mit dem Glauben an die reine Nützlichkeit des Nützlichen selbst

Historisch ist der Gegensatz Kultur und Verwaltung fraglich
→ denn Kultur stand lange Zeit unter dem Scheffel der Religion und des „Autrags“
→ Kultur als artefakre kollektiver Arbeit benötigen die Rationalität der Verwaltung

„Kultur als das über das System der Selbsterhaltung der Gattung hinausweisende,
enthält allem Bestehenden, allen Institutionen gegenüber unabdingbar ein kritisches Moment“

Der Widerspruch zwischen dem Selbstverständnis von Kunst als Autonom und ihrem Gelingen, der aus einer gewissen Naivität der Kunst entspringt, förderte dieses kitische Moment

Die Emanzipation der Kunst von realen Lebensprozessen neutralisiert diese Kraft. Darüber erst konne Kunst „in den Betrieb eingefasst“ werden und somit verharmlost werden
„ In dem der Kulturbegriff seine mögliche Beziehung auf die Praxis einbüßt, wird er selbst ein
Moment des Betriebs, das herausfordernd Unnützliche wird zum toleriert Nichtigen“
→Bsp.: Künstlerische Manifestation wird nun von offiziellen Institutionen gefördert und steht vor dem Zwang ein Publikum erreichen zu müssen

Damit Kultur in seiner kritischen Funktion gedeihen kann ist eine dialektische Ungleichzeitigkeit, die sich in einer Spannung zwischen Selbstverständnis und Realität ausdrückt, notwendig.

Protokoll 14.7.09

Tagesordnung:
I Bilanz der Woche
-> erledigte Aufgaben
-> Rekapitulation
-> Berichtenswertes
II Jaeggi-Treffen Vorbereitung
III Plan besprechen + Ergänzungen

I
- Plan muss nach Wissensstand ausdifferenziert und ergänzt werden
- Gelder: S. und M.H. erkundigen sich nach Förderung durch einen ‚Demokratie-Fond‘
- W.: telefoniert am Mittwoch mit Dr. Berlinius (?) von der RLS und gibt nächste Woche die Ergebnisse bekannt
- RefRat-Finanzierung läuft: Referent_innen-Honorar <50€ sowie Verpflegung etc.
- T.: Reader drucken in Uni-Druckerei läuft über ein_e Dozent_in

Diskussion: Angesichts der Zeitknappheit doch lieber Verschieben auf’s Sommersemester?

- Wenn ja, dann Wintersemester als Bildungsphase nutzen
- insgesamt Zustimmung unter dieser Voraussetzung
- Vorschlag: im Wintersemester ‚Dummy‘– bzw. Einzelveranstaltungen organisieren
- Organisation eines wöchentlich stattfindenen Lesekreises, in dem Primär- und Sekundärliteratur gelesen wird
- Beschluss: Verschieben -> Bitte um Kommentare von Marcus! (und Linus?)

II
- Was wollen wir von Frau Jaeggi, welche Unterstützung können wir anfragen?
- Überblickswissen und Stand der Diskussion regelmäßig rückfragen, inhaltlicher Backup
- Kontaktempfehlungen, für Referent_innen etc.
- nächste Woche erstmal unseren Wissensstand vorstellen und rückfragen
- Frage nach dem zu findenden ‚Roten Faden‘
- Welche Ideen hat sie zu der Frage nach Aktualität und Praxis?
- Einzelpunkte vorstellen: Shoah/Auschwitz (W.); Psychoanalyse (S.)
- Rationalitäts- und Irrationalitätsdiskurs besprechen (siehe Titel)
- Marcus leitet das ganze ein bißchen an (Anm.d.Verf.: Was meinst du Marcus?)
- A. hat Veranstaltungsplan bis nächste Woche fertig

III
- Beginnen der Lektürephase: Hat/Kennt jemand einen guten Einführungstextzur kritschen Theorie?
- W. hat einen von Axel Honneth
- Dazu suchen nach Einführungstexte in die Themenkomplexe
- S. richtet Doodle für mögliche Treffen in der Ferienphase ein…
- Allgemeine Empfehlung: Scannen und hochladen interessanter Texte in den Blogsport, wenn nicht möglich kopieren und mitbringen

Doodle

So hier gibts den Doodle Link http://doodle.com/nz2n72×4z3nctv3f . Hab mich noch nicht eingetragen, da ich meinen UrLaub noch absprechen muss. Auch, wenn das sicherlich aufwendiger ist, wäre es gut wenn ihr die Termine angebt an denen ihr da seid und nicht an denen ihr weg seid, denn dann werden die Tage an denen alle können in grün angezeigt. Machen wir es andersrum müssten wir ja nach den roten Tagen gucken, prinzipiell sind aber alle Tag rot wo einer nicht angekreuzt hat. Daher ankreuzen wann ihr könnt, nicht wann ihr nicht könnt.

Veranstaltungsplan

Moin! Hier der zweite Versuch, unsere Ergebnisse soweit sie mir geläufig sind integriert. Ich schlage vor, dass wir per Kommentaren diskutieren und ergänzen, das müsste am einfachsten sein …

1. Sitzung:12. 4. – 18. 4. 2010

    Allgemeine Einführung

I Hintergrund, Methodik, Anspruch, Zielsetzung und Gegenstand der Veranstaltung
II Kurze Einführung in die Geschiche der Kritischen Theorie
III Positivismusstreit

Literatur: z.B. Roger Behrens: Kritische Theorie. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2002; Hans-Joachim Dahms: Positivismusstreit. Die Auseinandersetzungen der Frankfurter Schule mit dem logischen Positivismus, dem amerikanischen Pragmatismus und dem Kritíschen Rationalismus. Frankfurt am Main 1994;

2. Sitzung:19. 4. – 25. 4. 2010

    Podiumsdiskussion zu: „Zäsur Auschwitz: die nationalsozialistische Verfolgungs- und Vernichtungspolitik im Spiegel der Kritische Theorie – Konsequenzen für Erinnerung und Gesellschaftskritik heute“

mögliche Referent_innen: Enzo Traverso (Paris); Dan Diner (Jerusalem/Leipzig); Detlev Claussen (Göttingen); Marc-Pierre Möll (HU-Berlin);

Text: Heidemarie Uhl: Zivilsationsbruch und Gedaechtniskultur. Das 20. Jahrhundert in der Erinnerung des beginnenden 21. Jahrhunderts. Innsbruck 2003. S.1-5.

3. Sitzung:26. 4. – 2. 5. 2010

    Lektüresitzung zu: „Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Auklärung.“

Im Anschluss an eine Aufbereitung der Themen und Diskussion der vorwöchigen Veranstaltung soll in dieser Sitzung nachvollzogen werden, wie Adorno und Horkheimer die Entstehung einer barbarischen Gesellschaft und die Möglichkeit von Auschwitz als deren Fanal in der aufgeklärten Moderne anhand der dialektischen Methode erklärten. Anhand einer Analyse des Aufklärungsbegriffes in der ‚Dialektik‘ soll versucht werden ,das theoretische Fundament zu sezieren, auf das sich die Gesellschaftskritik der folgenden Werke beruft. Durch eine kurze Rekapitulation der Entwicklung vom Horkheimerschen Faschismus-Begriff der 20er Jahre, der stark marxistisch geprägt ist, hin zu den Überlegungen in der Dialektik und den Minima Moralia soll auf die Thematik der folgenden Sitzung hingewiesen werden.

Literatur: z.B. Jürgen Habermas: Die Verschlingung von Mythos und Aufklärung: Horkheimer und Adorno. In: Jürgen Habermas (Hrsg.): Der Philosophische Diskurs der Moderne. Zwölf Vorlesungen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 130–157. (bitte ergänzen!)

4. Sitzung:3.5 – 9.5.2010

    Die philosophischen Grundlagen der kritischen Theorie und der Bezug zu Marx: Der Begriff der Entfremdung

mögl. Buchvorstellung/Referentin: Rahel Jaeggi: Entfremdung. Zur Aktualität eines sozialphilosophischen Problems. Frankfurt a. M. 2005.

Die vorbereitende Lektüre geht auf die philosophischen Referenzen der Kritischen Theorie, also vor allem ihr Positionierung im philosophischen Diskurs. In der Sitzung soll dann gemeinsam mit der Referentin auf das Verhhältnis zur marxistischen Tradition bzw. postmarxistischen Strömungen eingegangen werden, und zwar anhand des Begriffes ‚Entfremdung‘. Hier soll die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und welche Überschneidungen zwischen der marxschen Kapitalismuskritik und der Kulturkritik der Frankfurter Schule bestehen und wie diese Anätze möglicherweise synthethisch gedacht wurden und weiterhin werden können.

[Anm.: hier das ganze paradigmatisch in einer Ringvorlesung vor 21 Jahren; dazu ein allgemeiner Hinweis auf das Berliner Institut für kritische Theorie sowie deren Zeitschrift „Das Argument“. Könnte in jeder Hinsicht nützlich sein.]

Literatur: z.B. Moishe Postone: Kritische Theorie im Kontext. Kritik und die Verlaufskurve des 20. Jahrhunderts. In: Das Argument 231. Berlin 1999. S. 489-496.

5. Sitzung:10.5. – 16.5.2010

    Die Frankfurter Tradition der Kulturkritik: die Gegenwart der verwalteten Welt

Die in der vorangegangen Sitzung angesprochene Kulturkritik der Frankfurter Schule soll in dieser Sitzung anhand diverser Texte und Autoren untersucht und nachvollzogen werden. Als Fortentwicklung der marxschen Kapitalismuskritik lenkt sie den Fokus auf die Lebenswirklichkeit in der modernen Kultur und stellt die Grundhypothese voran, dass die durch die Produktions- und Organisationsverhältnisse bedingte Verdinglichung den Menschen von sich selbst und seinen Mitmenschen entfremdet. Dies geschieht v.a. durch den Zwang zur Affirmation des Bestehenden mittels sozialer Praxen.

Literatur: z.B. Theodor W. Adorno: Kulturkritik und Gesellschaft. Frankfurt a.M. 2008; Max Horkheimer: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. Frankfurt a.M. 2007;

6.Sitzung:17.5.-23.5.2010

    Kapitalistischer Normalvollzug und die große Verweigerung: Was bleibt von Marcuse?

mögl. Referent_innen: TOP Berlin; Roger Behrens

In dieser Sitzung soll über die Transformation der Kapitalismuskritik bei Herbert Marcuse diskutiert werden. Anhand einer Analyse seiner frühen Überlegungen und der Kritik am eindimensionalen Denken sollen seine Kernthesen herausgearbeitet werden und gefragt werden, inwiefern sie der angesprochenen Idee einer Synthese von Kapitalismus- und Kulturkritik gerecht werden (1. Vortrag). Im folgenden sollen die praktischen Konsequenzen erörtert werden, die sich aus Marcuses Analyse ergeben könnten, v.a. das bereits in den 60ern von ihm und den Studierenden entwickelte Konzept der „Großen Verweigerung“ (2. Vortrag).

Literatur: z.B. Hebert Marcuse: Der eindimensionale Mensch. Frankfurt a.M. 2008;

7.Sitzung:24.5. – 30.5.2010

    Unorthodoxes Denken: Walter Benjamins Philosophie und der Fetischcharakter der Kunst

mögl. Referent_innen: Sigrid Weigel (TU Berlin)

Wie kann Kulturkritik aussehen, wenn sie, über das Konzept der Verweigerung hinaus, praktisch werden soll? Die Gegenstände und die Methode der benjaminschen Philosophie sollen uns als Grundlage und Reibungsfläche dienen, um diese Frage zu diskutieren. Wie bei Adorno ist bei ihm die Beschäfigung mit der Kunst und dem kreativen Bemühen in der Moderne der Schlüssel zum Verständnis der Gesellschaft. Gleichzeitig sind seine Arbeiten selbst künstlerische Werke, unkonventionell und eigensinnig. Inwiefern ist Benjamins Technik damit selbst eine praktische Vorlage und dienen seine Schriften vielleicht als Inspirationsquelle für performative Infragestellung? Das soll uns beschäftigen.

8.Sitzung:31.5. – 6.6.2010

    Beispiele künstlerischer und performativer Annäherungen

Filmsichtung, Gedichte, Literatur – z.B. Alexander Kluges „Das Kapital – Nachrichten aus der ideologischen Antike“

9.Sitzung:7.6. – 13.6.2010

    Andere Erklärungsansätze zur Funktionsweise der modernen Kultur – Gegenüberstellungen

Die Überlegungen der Frankfurter Schule zur modernen Kultur zeigen Anknüfungspunkte in vielerlei Hinsicht auf. In dieser Sitzung soll versucht werden, durch eine Beschäftigung mit ‚anderen‘ klassischen wie zeitgenössischen Denker_innen, die nicht in der ‚Frankfurter Tradtion stehen oder standen, Ergänzungen und Korrekturen der bekannten Lesart zu finden und somit unsere Perspektive zu erweitern. Als Beispiele sind hier Arendt, Butler, Derrida oder Foucault zu nennen. In dieser Sitzung könnten vorher zusammengestellte Kleingruppen kurze Einführungen zu den TheoretikerInnen präsentieren, jeweils im Bezug auf einen Gedanken bzw. ein Werk (Derrida ‚Dekonstruktion‘, Foucault ‚Biomacht‘, …)

Literatur: z.B. Michel Foucault: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, Frankfurt a. M. 1977; Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a.M. 2003. (auch hier bitte ergänzen)

10.Sitzung:14.6. – 20.6.2010

    Auswirkungen auf die Psyche: Die Rezeption der freudschen Ideen bei Fromm und Marcuse

Referent_innen:

Wie funktionieren soziale Prozesse wie Entfremdung oder Verdinglichung in der menschlichen Psyche? Sowohl Erich Fromm als auch Herbert Marcuse unternahmen Versuche, die marxsche und die eigene Perspektive unter Rückgriff auf Sigmung Freuds Gedanken zu vertiefen und zu erweitern. Die unterschiedlichen Resultate sollen in dieser Einheit verglichen werden. Auch hier wäre nach Ergänzungen zu fragen.

Text: John Rickert: Die Fromm-Marcuse-Debatte im Rueckblick. In: Jahrbuch der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft 2. Tuebingen 1991

Literatur: z.B. Erich Fromm: Haben oder Sein. Berlin 1998; Herbert Marcuse: Triebstruktur und Gesellschaft. Frankfurt a.M. 1969

11.Sitzung:21.6. – 27.6.2010

    Jürgen Habermas und die kritische Theorie heute

[Hier noch keine Beschreibung]

12.Sitzung:28.6. – 4.7.2010

    Theorie der weißen Männer? Postkoloniale und feministische Ergänzungen

Im Zuge der neuen sozialen Bewegungen sind ganze Theorienstränge entstanden, die zu Zeiten der Frankfurter Schule nicht existierten bzw. erst im Entstehen begriffen waren. Dazu gehören u.a. die postkoloniale Theorie und ihre Kritik am Eurozentrismus westlicher Forschung wie die feministische Theorie, die bei Butler schon anklang und die verschiedenen Konzepte zur Überwindung gesellschaftlicher Ausgrenzung und Ungleichheit herbrachte- und bringt. Inwiefern stellen sie Ergänzungen dar?

13.Sitzung:5.7. – 11.7.2010

    Abschluss und Fazit

Protokoll 30.6.

Formales
- Finanzierung: W. schreibt die RLS an
- W. richtet neue E-Mail Adresse ein, da Name veraltet
- W. stellt das letzte Protokoll online ;)
- neuer Titel: Pure Vernunft darf niemals siegen? Zur Aktualität kritischer Theorie

Tagesthema: Psychonanalyse
- Wie aufbauen/aufziehen?
- Unterdrückung von Sexualität: ‚andere‘ Seite der modernen Kultur
- Vorschlag: ein Seminar zu Marcuses und Fromms Vorstellungen, Gegenposition
- D.: Ansatz bei Chantal Mouffe (Genießen im Kapitalismus) und Siegmund Freud (Triebanalyse);
dazu mglw.: Elias Canetti: Jacques Lacan, Slavoj Zizek
- S.: 4 Stömungen des Freudomarxismus; wie kommt es zum autoritären Charakter?
Vorschlag: Gegenüberstellung von Foucault und Fromm?
- Psychoanalyse kommt nach dem Block zu verwalteter Welt

Ergänzungen?

Leutz, hier kommt der Masterplan und was mensch damit machen kann

Planung für ca. 16 Sitzungen

1.
kurze Einführungssitzung, Vorstellung des Konzepts, Themeneinführung, Erläuterung von Sinn und Zweck der Veranstaltungsreihe, Readervorstellung

2. SHOA
Podiumsdiskussion

3. SHOA
Der Begriff der Aufklärung

4. SHOA
Buchvorstellung/aktuelleR ReferentIn

5. VERWALTETE WELT
ReferentIn

6. VERWALTETE WELT
Leseveranstaltung

7. VERWALTETE WELT
????

8. PSYCHOANALYSE
???

9. PSYCHOANALYSE
????