Die verwaltete Welt oder Technokratie

Hallo,

also ich wollte ja mal schreiben was ich bisher so herausgefunden habe zu der guten alten verwalteten Welt. Nochmal grundsätzlich worum es zumindest mir geht. Der Kapitalismus gibt ein Ziel vor: Profitmaximierung. Keine Ahnung ob nun das Wirtschaftsystem alles andere bedingt oder andersherum oder was ich am ehesten glaube, dass sich Kultur und Wirtschaft gegenseitig bedingen, wobei der Wirtschaft schon eine zentrale Rolle neben den anderen sozialen Bereichen spielt, da sie für das materielle Überleben des Menschen Sorge trägt. Alle Weiterentwicklungen in kulturellen Einrichtungen oder in der Firma dienen, wenn sich sich nicht bewußt dem gegenüber stehen der kapitalistischen Verwertungslogik. Es steht nicht der Mensch und die Ermöglichung seiner Entfaltung bzw. die Ermöglichung eines Selbstverantwortlichen Handelns im Vordergrund, nicht einmal wieviel er zu Fülle der Gesellschaft meinetwegen auch zur unmittelbaren Existenzsicherung beiträgt im Vordergrund, sondern seine Fähigkeiten zur Profitmaximierung. Damit steht schon mal meine Grundannahme, dass ein Erfolg in der kapitalistischen Wirtschaft nicht gleichbedeutend ist mit einem Beitrag zur Existenzsicherung.
Die Kultur die sich entwickelt ist eine in der der Mensch individualisiert wird und angeblich Selbstverantwortlich ist, die Einbettung ins Wirtschaftsystem steht dabei aber außer Frage, dadurch wird er aber erst Recht Handlungsunfähig. Der Mensch wird zu einer kurzfristigen Nutzenabwägung heranerzogen, Vernunft hat nur noch im Sinne instrumenteller Vernunft Bedeutung. Das heißt es geht nicht um die Selbstbestimmte Schaffung eines Raumes des Zusammenlebens von Menschen in der Politik, sondern um ein möglichst gutes Anpassen der gesellschaftlichen Institutionen an das NOTWENDIGE. Die Profitmaximierung wird nicht in frage gestellt sie ist notwendig, die gesellschaftsordnung als Ganzes wird hingenommen. Der Mensch wird zur Hörigkeit erzogen aber nicht in form einer direkten Unterdrückung sondern er unterdrückt sich quasi selbst intenalisiert die Notwendigkeit. Geht völlig im Konkurenzdenken auf, sucht sich zu perfektionieren und verdrängt eigene Schwächen. Der Mensch begegnet nicht mehr Menschen sondern eine „perfekte“ Maschine der anderen. Diese unterdrückung der Schwäche meint dann auch eine Unterdrückung der Triebe, eine Negierung des menschlichen Charakters. Der Mensch wird kalt (Parallele zur Psychoanalyse?), bis er manchmal in bestimmten Situationen alles aus sich rauslässt (dachte so an diese Zerstörungstriebgeschichten). Überlegt werden sich nur noch verschiedene Mittel bei gegeben Ziel gut zu leben, dass Ziel wird nicht mehr in frage gestellt. Der Mensch begibt sich in Zwänge die als unabänderlich gelten obwohl er sie selbst geschaffen hat.
hm ich hoffe ihr steigt dadurch

Ziemlich zentral scheint mir Horkheimers Kritik der instrumentellen Vernunft ich gucke grade ob es da eine zentrale Stelle für nen Reader gibt. Ansonsten wird diese instrumentelle Vernunft auch gerne als Technokratie beschrieben, die an sich schon antidemokratisch ist.
Vielleicht gut für den Übergang zur Kapitalismuskritik ist auch

Richard Sennett
Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus, sowie
Die Kultur des neuen Kapitalismus

ja zwei unterschiedliche Bücher. Vielleicht kann man den aber schon direkt für Kapitalismuskritik benutzen und für Verwaltete Welt noch Arendt. naja hier mal meine List plus den schon genannten zur Übersichlichkeit.

R. W. Schindler: Geglückte Zeit, gestundete Zeit. Hannah Arendts Kritik der Moderne.
Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. (Vor allem Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug)
M. Fouceault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängsnisses.
G. Ortmann: Theorien der Organisation
A. Gramsci: Zur Politik, Geschichte und Kultur.
R. Sennett: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus
R. Sennett: Die Kultur des neuen Kapitalismus.
Hersche/Horkheimer: Verwaltete Welt

Habermas und euer geliebtes Marcuse haben aber natürlich auch was dazu geschrieben und Habermas soweit ich mich erinnere sogar so, dass man gleich nen praktischen Ansatz hätte, den man diskutieren kann. Nämlich die Schaffung der neuen Gesellschaft aus der Lebenswelt außerhalb des Systems.


1 Antwort auf „Die verwaltete Welt oder Technokratie“


  1. 1 linus 12. Juni 2009 um 10:40 Uhr

    Ey das ist ja voll der scheiß den du da zusaammengeschrieben hast, wer soll denn das glauben.

    LG Linus

    PS: Tja Linus du kannst dich ja wohl einloggen

    LG Stephan

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