Archiv für Juni 2009

Nach dem Streik: Gedanken für Dienstag

Hey ihr Lieben. An einem Nachmittag zwischen zwei Phasen der besonderen Umstände habe ich einen kurzen Einblick in mein Leben der üblichen Umstände geworfen. Neben einigen Horrorszenarien beinhaltet dieses nach wie vor unser Projekt, welche Freude! In der letzten Woche haben wir uns ja einige Male lose untereinander unterhalten und ich möchte die Gedanken hier ein wenig bündeln, um eine kleine Tagesordnung für Dienstag zu haben.
Zunächst einmal: Am Freitag ist die Frist für eine PT-Bewerbung abgelaufen, die Zeit hat also für uns entschieden. Für eine Veranstaltungsreihe außerhalb der HU-Struktur haben wir nachwievor einige Ansprechpartner, wie die MIRA und das Autonome Seminar. Auf letzteres möchte ich nochmal verweisen, da wir uns, trotz aller Vorbehalte, bestimmt ein paar organisatorische und vielleicht auch inhaltliche Anstöße versprechen können. Es wäre denke ich günstig, mit einer vorhandenen Struktur in irgendeiner Form zu kooperieren. Zum einen wegen der Erleichterung, aber auch, um bei den Anträgen und Anschreiben souveräner dazustehen.
Womit wir auch schon bei den Referent_innen sind. Einige Namen wie Claussen, Diner und Demirovic geisterten ja schon herum. Mit ein bißchen Glück kann das sicher was werden, aber ich fände es ebenso interessant, sich auch nach jüngeren und weniger ‚gesetzten‘ Kandidaten umzuschauen. Besonders in Puncto Frankfurter Schule entstehen ja dauernd Arbeiten und Projekte. Vielleicht mal bei den IfS recherchieren oder sie kontaktieren?
W. und ich haben uns auch nochmal Gedanken zum allgemeinen Profil des Projekts gemacht und vermutet, dass es noch Klärungsbedarf gibt. Zum einen sollten wir die Begrifflichkeiten „Kritik“ und „Moderne“ nochmal beleuchten und hinterfragen. Zum anderen brauchen wir meiner Meinung nach eine genauere Vorstellung von der theoretischen Verortung, v.a. im Hinblick auf die Kritische Theorie und den Postmarxismus. Ich kann mir vostellen, dass zwischen den eingebrachten Ideen, Werken und Autoren gravierendere Unterschiede in Puncto Ansätzen und Methodik bestehen, als uns derzeit bewusst ist. Da müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht durch Unwissen in Widersprüche verfangen und die wissenschaftlichen Disparitäten irgnorieren. Vielleicht wäre daher wirklich die Suche nach einem/einer Vertrauensdozent_in hilfreich.
Was den Zeitplan angeht würde ich vorschlagen, die Shoa-Sitzung am Dienstag nachzuholen. Ein bißchen Input können W. und ich da bestimmt liefern ;) Vielleicht nehmen wir uns dann vor, den Zeitplan in der Phase nach den Klausuren ‚nachzuholen‘, insofern euch das in den Kram passt. Da ja jetzt auch noch die Fusion kommt haben wir wohl eh keine andere Wahl.
Das wären so meine Anliegen … Alles weitere dann am Dienstag, 16:00 in der Krähe, wenn ihr dabei seid.

PS_ Falls sich jemand langweilt, hier nochmal Adorno: Theodor W. Adorno \\\"Erziehung nach Auschwitz\\\" (1966)

Herbert Marcuse, die Frankfurter Schule und der Holocaust

http://www.marcuse.org/herbert/booksabout/00s/04TBMuellerMagister.htm
… es könnte wohl nichts passenderes geben. Ich werde mal versuchen, das auszudrucken. bis später!
ps: freu mich auf rahel jaeggi!

Psyche der Macht

Noch nicht reingeguckt aber ich denke ganz gutweil sie die Entwicklung von Identität und MAcht im Zusammenhang zeigt und da wird das geschlechtliche natürlich nicht ausgespart. Also

Butler: Psyche der Macht

Die verwaltete Welt oder Technokratie

Hallo,

also ich wollte ja mal schreiben was ich bisher so herausgefunden habe zu der guten alten verwalteten Welt. Nochmal grundsätzlich worum es zumindest mir geht. Der Kapitalismus gibt ein Ziel vor: Profitmaximierung. Keine Ahnung ob nun das Wirtschaftsystem alles andere bedingt oder andersherum oder was ich am ehesten glaube, dass sich Kultur und Wirtschaft gegenseitig bedingen, wobei der Wirtschaft schon eine zentrale Rolle neben den anderen sozialen Bereichen spielt, da sie für das materielle Überleben des Menschen Sorge trägt. Alle Weiterentwicklungen in kulturellen Einrichtungen oder in der Firma dienen, wenn sich sich nicht bewußt dem gegenüber stehen der kapitalistischen Verwertungslogik. Es steht nicht der Mensch und die Ermöglichung seiner Entfaltung bzw. die Ermöglichung eines Selbstverantwortlichen Handelns im Vordergrund, nicht einmal wieviel er zu Fülle der Gesellschaft meinetwegen auch zur unmittelbaren Existenzsicherung beiträgt im Vordergrund, sondern seine Fähigkeiten zur Profitmaximierung. Damit steht schon mal meine Grundannahme, dass ein Erfolg in der kapitalistischen Wirtschaft nicht gleichbedeutend ist mit einem Beitrag zur Existenzsicherung.
Die Kultur die sich entwickelt ist eine in der der Mensch individualisiert wird und angeblich Selbstverantwortlich ist, die Einbettung ins Wirtschaftsystem steht dabei aber außer Frage, dadurch wird er aber erst Recht Handlungsunfähig. Der Mensch wird zu einer kurzfristigen Nutzenabwägung heranerzogen, Vernunft hat nur noch im Sinne instrumenteller Vernunft Bedeutung. Das heißt es geht nicht um die Selbstbestimmte Schaffung eines Raumes des Zusammenlebens von Menschen in der Politik, sondern um ein möglichst gutes Anpassen der gesellschaftlichen Institutionen an das NOTWENDIGE. Die Profitmaximierung wird nicht in frage gestellt sie ist notwendig, die gesellschaftsordnung als Ganzes wird hingenommen. Der Mensch wird zur Hörigkeit erzogen aber nicht in form einer direkten Unterdrückung sondern er unterdrückt sich quasi selbst intenalisiert die Notwendigkeit. Geht völlig im Konkurenzdenken auf, sucht sich zu perfektionieren und verdrängt eigene Schwächen. Der Mensch begegnet nicht mehr Menschen sondern eine „perfekte“ Maschine der anderen. Diese unterdrückung der Schwäche meint dann auch eine Unterdrückung der Triebe, eine Negierung des menschlichen Charakters. Der Mensch wird kalt (Parallele zur Psychoanalyse?), bis er manchmal in bestimmten Situationen alles aus sich rauslässt (dachte so an diese Zerstörungstriebgeschichten). Überlegt werden sich nur noch verschiedene Mittel bei gegeben Ziel gut zu leben, dass Ziel wird nicht mehr in frage gestellt. Der Mensch begibt sich in Zwänge die als unabänderlich gelten obwohl er sie selbst geschaffen hat.
hm ich hoffe ihr steigt dadurch

Ziemlich zentral scheint mir Horkheimers Kritik der instrumentellen Vernunft ich gucke grade ob es da eine zentrale Stelle für nen Reader gibt. Ansonsten wird diese instrumentelle Vernunft auch gerne als Technokratie beschrieben, die an sich schon antidemokratisch ist.
Vielleicht gut für den Übergang zur Kapitalismuskritik ist auch

Richard Sennett
Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus, sowie
Die Kultur des neuen Kapitalismus

ja zwei unterschiedliche Bücher. Vielleicht kann man den aber schon direkt für Kapitalismuskritik benutzen und für Verwaltete Welt noch Arendt. naja hier mal meine List plus den schon genannten zur Übersichlichkeit.

R. W. Schindler: Geglückte Zeit, gestundete Zeit. Hannah Arendts Kritik der Moderne.
Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. (Vor allem Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug)
M. Fouceault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängsnisses.
G. Ortmann: Theorien der Organisation
A. Gramsci: Zur Politik, Geschichte und Kultur.
R. Sennett: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus
R. Sennett: Die Kultur des neuen Kapitalismus.
Hersche/Horkheimer: Verwaltete Welt

Habermas und euer geliebtes Marcuse haben aber natürlich auch was dazu geschrieben und Habermas soweit ich mich erinnere sogar so, dass man gleich nen praktischen Ansatz hätte, den man diskutieren kann. Nämlich die Schaffung der neuen Gesellschaft aus der Lebenswelt außerhalb des Systems.

Video „Adorno über die verwaltete Welt“

Zur Einleitung vielleicht …

Autonomes Seminar

Danke für den Zeitplan! War heute Treffen? Wenn nein, wann stattdessen?

Ich habe eine Nachricht vom AS bekommen, hört sich sehr in Ordnung an wie ich finde:

----- Original Message -----
From: „wolfgang ratzel“
To:
Sent: Tuesday, June 09, 2009 12:07 PM
Subject: Autonomes Seminar – Kritische Theorie

Hallo Andreas,

soeben erfuhr ich, dass wir im Wintersemester
09/10 einen Raum bekommen werden: entweder Raum
155 oder Raum 293 im Seminargebäude in der
Invalidenstraße 110 (beim U-Bf Zinnowitzer
Straße; die Räume waren ursprünglich für
Physikunterricht ausgelegt; man sitzt unter
funktionslosen Rohren und zwischen Schaltkästen;
dadurch entsteht eine skurrile postmoderne
Atmosphäre).

Problem: Bislang übt eine posaunengestützte
Bigband im Nachbarraum zu 155, und zwar so laut,
dass man sein eigenes Wort nicht versteht – aber
erst ab 19:00 Uhr. Von 16:00 bis 19:00 könnte man
bigbandfrei nachdenken.

Nachfolgend die Kurzbeschreibung des
Selbstverständnisses des Autonomen Seminars:
„Das 1998 gegründete Autonome Seminar steht in
der 1967/68 begründeten Tradition der Kritischen
Universität; d.h.: Selbstorganisation – Einheit
von Denken und Handeln hinsichtlich der
Gestaltung des Politischen – Keine
Zugangsbeschränkungen – Keine Honorare – Keine
Studiengebühren – Keine Scheine und Credit
Points.“
(Die o.g. Einheit von Denken und Handeln ist eher
als Ziel zu begreifen: Wer also nur denken und
diskutieren will, ohne das Politische zu
gestalten, ist ebenso willkommen wie diejenigen,
die handlungsorientiert denken. Es gibt keine
Zugangsvoraussetzungen).

Wie schon gesagt – Euer Thema „Kritische Theorie“
ist eine der wesentlichen Wurzeln, aus der die
Kritische Universität kommt und deshalb höchst
erfreulich. Vor einem Jahr hatten wir das Thema
„68″ auf dem Plan und beschäftigten uns u.a. mit
Krahl/Dutschke/Marcuse (siehe Attachment).

Die AutS-Planung für das WS steht noch nicht; in Reihe 1 lesen wir vielleicht
Peter Sloterdijk: „Du mußt dein Leben ändern. Über Anthropotechnik.“
Vielleicht aber auch Giorgio Agamben: „Das Reich
und die Herrlichkeit: Über die theologischen
Wurzeln von Wirtschaft und Herrschaft. Homo sacer
II.2.“
Der Schwerpunkt der Reihe 2 ist ebenfalls noch
unklar, hängt jedoch vom Thema der Lektüre ab.

Wir könnten uns jetzt treffen, um Einzelheiten zu besprechen.

Ciao
Wolfgang

Zeitplan

Zeitplan

Phase 1 (Ausarbeitung der allgemeinen inhaltlichen Ausrichtung)

9.Juni Projektform beschließen
Finanzanfragen
Refrat
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Heinrich-Böll-Stiftung
allgemeines Anschreiben für potentielle ReferentInnen verfassen
16.Juni Shoah inhaltlich besprechen
ReferentInnenanfragen besprechen (aktueller Stand)
23.Juni Psychoanalyse, Gender u. Sexualität
30.Juni Verwaltete Welt
7.Juli Eurozentrismus
14.Juli Entfremdung u. Kapitalismus als Religion
21.Juli Klausurenphasen
28.Juli Theorie der Praxis

allgemeiner Stichtag: 31. Juli
exaktes Programm (eventuelle ReferentInnen bereits bestimmt)
Finanzen geklärt

Phase 2

1. August – 15. September
individuelle thematischeVertiefung und Ausarbeitung
Anfertigung der Mobilisierungsmaterialien

Phase 3

15.September – 15. Oktober

Mobilisierung

Projekttutorium Frau Fettback

Also ich hab der Frau Fettback jetzt mal eine Mail geschickt und Fakt ist, dass es vielleicht cool wäre, einfach einen PT-Antrag zu stellen.
Wir suchen uns eine_n Professor_In (o.Ä.), die/der das unterstützt, was soweit ich weiß nötig ist.
Dann machen wir ne kurze (8 Seiten waren es glaub ich bei dem Ethno-Mathematik-Projekt) Beschreibung der Inhalte Methodik sowie „Lehrformen“ (da hatten wir ja sogar schon was im Kopf).
Wichtig ist, dass das Konzept steht.
Sollten wir im SoSe 2010 tatsächlich nicht mehr so zusammen sein, dann fällt auch ne RVL ins Wasser. Also können wir mit solch einem Konzept auch schonmal die RLS oder andere abhorchen.
Auch kann man prinzipielles Interesse bei einzuladenen Gästen erfragen etc.

der Wombat wollte ja nen Zeitplan machen, dann gucken wir uns das Dienstag an und arbeiten daran.
am besten also
- Zeitplan
- Formen der Darstellung (Projekttutorium, RVL, Auton. Seminar, Zeitschrift, regelmäßige öffentliche Diskussionszirkel etc.)
- Konzept-Erarbeitung, das unabhängig von der Form der Darstellung eh stehen müsste

das wären so drei wichtige Sachen. bin müde.

Inhaltliche Diskussion

Liebe Leute!
ich schlage vor, dass wir langsam mal anfangen, unsere inhaltlichen Gedanken, Anregegungen und Funde auf den Blog posten. Es wäre dabei sicher nicht unschlau, neue Themen in Form von Beiträgen zu veröffentlichen und dann in den Kommentaren zu diskutieren. In der Kategoriespalte auf der rechten Seite findet ihr dann die jeweiligen „Foren“ für die einzelnen Themengebiete. Da Blogsport leider nicht die Option bietet, mehrere Blogs auf verschiedenen Seiten zu erstellen, ist das wohl das beste Verfahren. Das Gute daran ist, dass so alle von allem etwas mitbekommen …

By the way: Es gibt bei uns ein Autonomes Seminar, das ist aber nicht sehr präsent und erscheint auch nicht im VVZ. Ich rufe den Typen aber morgen nochmal an … Ich denke, wir sollten uns dieses Wochenende entscheiden, welche Organisationsform wir wollen, damit wir uns drauf einstellen können. LG!

Protokoll: 26.05.2009

1)Shoah (W+A)
a.Erziehung nach Auschwitz
b.Dialektik d. Aufklärung
2)Psychoanalyse, Gender u. Sexualität (Mac, A, S)
a.Was ist das Individuum in der kapitalistischen Gesellschaft?
b.Was ist es in einer kommunistischen?
c.Existenzialismus und Sozialontologie
3)Verwaltete Welt (S, Mac, Mrei, S)
a.Kritik an Diktatur d. Notwendigkeit
b.KULTURKRITIK + ÖKONOMIEKRITIK
4)Eurozentrismus (Mrei, W, S)
5)Entfremdung u. Kapitalismus als Religion

a.Hier waren wir noch nicht sicher, aber die pol. Ökonomie kommt einfach in den ganzen Gebieten zu kurz und sowohl A. als auch M. erschien das als wichtig!
6)Theorie d. Praxis (ALLE, S)

To-Do
A macht Blogsport
W erstellt Zeitplan
Mac guckt nach Formalia
Mac schreibt Frau Fettback (ja, so heißt sie wirklich!!!), die Koordinatorin der Projekttutorien nach Verwirklichungsmöglichkeiten unseres Plans
W schreibt den Mira-Leuten bzgl. Anlehnung an ihre Aufmachung
A schreibt Autonomem Seminar
WIR MACHEN UNS ALLE LOCKER

FÜR ALLE NOCHMAL ZUSAMMENGEFASST: DAS PROJEKTTUTORIUM MÜSSTE BIS 19.06.2009 ANGEMELDET SEIN UND EIN SEMESTER VERANSTALTUNGEN PLUS EIN SEMESTER FORSCHUNGSPHASE BZW. EMPIRIE ENTHALTEN.

WIR MACHEN TROTZDEM WEITER, OB ES NUN PROJEKTTUTORIUM HEIßT ODER NICHT!