Horkheimer „Materialismus und Metaphysik“

Beginnend mit der Zurückweisung einer verkürzten Materialismuskritik (im Sinne einer Kritik an dessen vermeintlicher Ignoranz ggü der Erkenntnisproblematik), entwickelt Horkheimer das Konzept materialistischer Philosophie im Verhältnis und in Abgrenzung zur metaphysischen und idealistischen. Anhand unterschiedlicher Beispiele wied er Subjekt-Objekt-Relation (=> Dialektik), dem Zeitbegriff oder der Bedeutung von Ökonomie stellt der den zentralen Unterschied heraus. Dieser besteht seiner Ansicht nach in der Akzeptanz bzw. Negierung der Bedingtheit von Erkenntnissen. Wähernd der Idealismus die Unmöglichkeit vollkommenen Wissens auf den Kantschen Seinsbegriff zurückführe, betrachte der Materialismus das Problem als abhängig von sozialen und historischen Verhältnissen. Ihn interessiere immer v.a. das gesellschaftliche Problem der Glücksfindung im Diesseits, daher lenke er den Blick zwangsläufig auf ökonomische u. Verteilungsfragen. Vom Positivismus schließlich trenne ihn die Bewertung dieser Erkenntnistheorie im Sinne der Perspektivenvielfalt.

Angelus Novus

Angelus Novus

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.
(Benjamin, Über den Begriff der Geschichte)

Ökonomie

Hallo da es alle Gruppen irgendwoe betrifft hier das was Tina und ich uns überlegt haben.

Für sinnvoll erachten wir auf jedenfall uns mit dem Fetischbegriff zu beschäftigen. Im Grunde würde es schon echt Sinn machen sich mit dem sehr am Anfang zu beschäftigen. Zumal der ja schon non Antisemitismus I verwendet wird.

Wir dachten daher den Fetischbegriff gleich nach Ideologiekritik zu verwenden, da er quasi dass Ding ist was aus der Ökonomiekritik übernommen wird.

Das hieße am 3. Mai Thema: Der Fetischbegriff
Fetischkapitel vom Marx und der Fetischbegriff der Kritischen Theorie bei Adorno (Vorschlag: Grigat)

Die anderen veranstaltungen würden sich dann halt um eine Woche nach hinten verschieben, aber dafür wäre der Fetisch, der ja sowohl bei Antisemitismus als auch bei Kultur durchaus wichtig ist geklärt ist.

Dann würden wir Vorschlagen am Ende der Veranstaltung also nach Staat, dass hieße die Woche um den 24. Mai einen zweiten Block Ökonomie zu machen

Thema: Perspektiven der Ökonomiekritik
Text aus: Moishe, Postone: Time, Labor and Social Domination
Referent: Grigat

Das ganze Würde halt gut nach Staat passen, da dort ja die Perspektive des Staatkapitalismus aufgemacht wird.
Postone versucht um der pessimistischen Sichtweise der Frankfurter Schule zu entgehen eine neue Perspektive der onomiekritik aufzumachen und beleuchtet dabei kritisch die Ansätze der Frankfurter Schule.
Grigat hat zu dem Buch eine Rezension geschrieben, hieße er könnte dazu was sagen, und wirft Postone vor, dass er vernachlässige, dass Staats und Kapitalismuskritik in eins gehen müssten. Schiene mir eine interessante Sache, das Thema Staat wird aufgegriffen, Frankfurter Schule auf die Aktualität bezogen und eine andere Sichtweise auf Kapitalismuskritik auf gemacht.

Diese heiße für Staatskritik allerdings, dass sie in der zweiten Sitzung eher auf Legitimationsprobleme des modernen Staates eingehen müssten.

Anderes Problem wäre die Verschiebung der Sizungen und dass dan Grigat gleich 2mal als Text und nocheinmal als Referent auftaucht.

Also was sagt ihr, vor allem zu Zweiteilung und Verschiebung und Staatsgruppe zur „Festlegung“ des zweiten Themas?

Ideologiekritik I+II

[vorraussichtlich 23.04.1010, 18 Uhr (c.t.)] Ideologiekritik I: Variationen des Ideologiebegriffs und der totale Ideologiebegriff
Zunächst soll der für die Kritische Theorie Frankfurter Prägung elementare Ideologiebegriff anhand der methodologischen Überlegungen Raymond Geuss‘ herausgearbeitet werden. Alternativ ist auch Karl Mannheim als Wissenschaftssoziologe heranzuziehen, um die ablehnende Position gegenüber einem deskriptiven (Geuss), totalen (Mannheim) Ideologiebegriff klarzumachen.
Literatur:
- Geuss, Raymond: „Die Idee einer Kritischen Theorie“, hier: S. 20-40.
- Mannheim, Karl: „Ideologie und Utopie“.

[vorraussichtlich 30.04.1010, 18 Uhr (c.t.)] Ideologiekritik II: Ideologiekritik und die Rettung der Utopie
Für die zweite Sitzung zum Thema Ideologiekritik ist eine Diskussion zu Bedeutung der ideologiekritischen Methode im heutigen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs angedacht. Hierfür eignete sich beispielsweise Raymond Geuss‘ Analyse der Semantik von Privatheit und Öffentlichkeit. Denkbar wäre auch eine Diskussion zwischen Rahel Jaeggi, Robin Celikates sowie Ina Kerner in einer weiteren Sitzung.
Ziel ist es, eine wesentlich praktisch motivierte Kritik darzulegen und eine Ideologie im positiven Sinne (gemäß Geuss Anspruch Kritischer Theorie) zu entwickeln.
Literatur:
- Jaeggi, Rahel: Was ist Ideologiekritik? In: Jaeggi, Rahel/Wesche Tilo (Hrsg.): „Was ist Kritik?“, Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2009.
- Geuss, Raymond: „Privatheit“, Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2002.
- Celikates, Robin und Axel Honneth: „Kritik als soziale Praxis“, Frankfurt/M. (Campus) 2009.

Kulturkritik I+II – (original von Daniel)

[vorraussichtlich 21.05.2010, 18 Uhr (c.t.)] Kulturkritik I: Vom Kultwert des Kunstwerks zur bürgerlichen Kunst und von der Massenkultur zur Kulturindustrie
Die Sitzung gilt im Wesentlichen der Vermittlung grundlegenden Wissens zum Diskussionsthema Kultur im Lichte der Kritischen Theorie. Zunächst wird die These Benjamins zum Kultwert des Kunstwerks, welcher in seiner einzigartigen Aura der Unnahbarkeit liege, diskutiert, sowie die darin begründete Ausführung Adornos zur Autonomie als Ideologie der bürgerlichen Kunst. Die Möglichkeit einer wahren Kunst, in der die leidvolle Diskrepanz von Ideal und Wirklichkeit zum Ausdruck komme, wird vollends in der Massenkultur, bzw. der modernen Kulturindustrie preisgegeben. Dabei bezeichnet der Begriff Massenkultur die früheren Versuche der Frankfurter Schule, die zunehmend völlig dem Produktionsprozess unterliegenden Freizeitaktivitäten des Menschen zu begreifen. Schließlich streicht Adorno mit dem Konzept der Kulturindustrie die objektive Tendenz der gesellschaftlichen Totalität heraus, sich alle Lebensbereiche mit dem uneinlösbaren Versprechen der Erlösung einzuverleiben.
Literatur:
- Auszüge aus: Benjamin, Walter: „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.
- Adorno, Theodor W. und Max Horkheimer: Kulturindustrie In: dieselben: „Dialektik der Aufklärung“.
- Adorno, Theodor W.: „Résumé über die Kulturindustrie“.

[vorraussichtlich 28.05.2010, 18 Uhr (c.t.)] Kulturkritik II: Die Möglichkeit der Kulturkritik und der autonomen Kunst
Mit eingeladenen DiskutantInnen sollen in diesem Seminar zunächst unter Bezugnahme auf Adornos „Kulturkritik und Gesellschaft“ Formen der Kulturkritik ausgelotet werden. In diesem Aufsatz verwirft Adorno eine konservative Kulturkritik, die an dem Begriff Kultur als ihrem bloßen Fetisch festhält und setzt ihr gegenüber eine dialektische, die sich im Spannungsfeld zwischen Immanenz – die Kultur wird mit ihrem eigenen Ideal konfrontiert – und Transzendenz – Kultur wird als Ideologie in Frage gestellt – bewegt. Anschließend soll die Möglichkeit einer autonomen Kunst gezeigt werden (Marcuse), welche eine Alternative zur bürgerlichen Form des Kunstwerks und der von der gesellschaftlichen Produktion vereinnahmten Kulturindustrie.
Gäste: Mark Terkessidis, Tom Holert, ehemalige Redakteure der Spex und Gründer des ISVC (Institute for Studies in Visual Culture).
Literatur:
- Adorno, Theodor W.: Kulturkritik und Gesellschaft In: derselbe: „Kulturkritik und Gesellschaft“.
- Auszüge aus: Marcuse, Herbert: Über den affirmativen Charakter der Kultur, in: derselbe: „Kultur und Gesellschaft I“.

Veranstaltung: „Adornos Kritik der politischen Ökonomie“

Dienstag, 5. Januar 2010, 19:00 bis 21:00 Uhr in Berlin
Adornos Kritik der politischen Ökonomie
Philosophische Gespräche

Der Vortrag rekonstruiert drei Etappen von Adornos Aneignung und Entwicklung der Kritik der politischen Ökonomie: vor und während des Exils in Amerika sowie nach der Rückkehr nach Frankfurt. Erst in der „Negativen Dialektik“ ge­langt Adorno zu einem Ökono­miebegriff, der einerseits das Verhältnis von Natur und Ge­sellschaft, andererseits das der Gesellschaft zu sich selbst umfaßt. Die Kritik der so verstandenen Ökonomie verweist zuletzt auf die Utopie einer Mensch­heit, die jener nicht länger schicksalhaft verfallen wäre.

Referent: Dirk Braunstein
Moderation: Dr. Matthias Rothe
Kosten: 1,50 Euro
Helle Panke e.V., Kopenhagener Straße 9

Postone

Hier Notitzen zu Postones Kritik in Time Labor and Social Domination an Polloks und Horkheimes Konzept des Staatskapitalismus.
Hab bei Horkheimer irgendwann aufgehört zu notieren, weil es da noch weniger um Staat ging.

Nachkriegsgesellschaft totalitär gibt keine immantente Chance zur Veränderung, voll integriert, kein immanenter Widerspruch 85-86

´
pollock und horkheimer zeigen, dass mit den kategorien des tard marxismus keine immanente Kritik mehr möglich ist (90)

Pollock: Politik wird der #Ort von wirtschaftlicher Regulation und der Artikulation von sozialen Problemen-> intervenierender Staat und SU

steigende Widersprüche von Produktionsfaktoren und privater Aneignung-> daher Herabminderung der Produktionskräfte

da liberaler Kapitalismus nicht #Produktionskräfte effektiv nutzen kann-> Ende dieser Phase

aber diese Pahse hat die Möglichkeit zu geplanter Wirtschaft gegeben

Geplante Wirtschaft mit klassengesellschaft und privat besitz. Überwindung des Kapitalismus liegt nicht nur sm Grgrnstaz Produktionskräfte und -verhältnisse, sondern auch an Kraft der unterdrückten Klasse, aber die #Arbeiterklasse wurde zu unwichtig für Wirtschaft

Staat ist für Verteilungsprobleme zuständig

im liberalen Kapitalismus ist Gesetz doppelte Rationalität, bindend für herrscher und beherrschjte damit markt funktioniert. private und öffentliche Sphäre

im Staatskapitalismus kontrolliert staat alles. Kommando Hierarchie statt -markt. technische Rationalität regiert Gesetze. Individuen nur Mittel nicht Zweck. Freiheitsverlust verhüllt durch Öffnung früherer Normen. Nicht mehr Güterproduktion sondern nach Nutzen ohne Garantie für Befürfnissbefriedigung.

keine immanentew Kritik möglich, da Ökonomie steuerbar
Staatskapitlismus kan legitimatorische Probleme haben.

Massenarbeitslosigkeit als großes Problem

Totalitärer Staatskapitalismus ist undemokratisch. Individuen dürfen nicht reflektiern trotzdem brauch es Fortschritt, diese geht nur in Kriegsökonomie.

Kritik
keine historische Dynamik die zu Konflikten führt
angeblich öknomoische gesetze nicht mehr wichtig nur im Markt seien die marxistischen Kategorien richtig.
WiWi ist nicht mehr mit Problem von Tauschprozessen sondern mit Problem von Verwaltung knfrontiert
-> Staatskapitalismus hat keine Dynamik

Profitinteressen wichtig aber unwichtiger als genereller Plan, warum dann noch Kapitalismus
Macht statt Profitmotiv. Grund für Kap nur Klassengsellschaft. Aber nur Antagonimus kein Widerspruch, daher problematisch

Nach Pollock keine Verbindung zwischen Produktionsweise und Gesellschaft
Ob Sozalismus oder Staatskapitalismus ist nur Frage des Zie4ls der Verwaltung
Politk Quelle für Klassernunterschiede, die bestimmt sind durch Macht

Sollte nicht Kapitalismus genannt werden oder andere Begründung von Kapitalismus
pollock tut dies nicht beschränkt traditionelle Theorie auf liberalen Kapitalismus, die Definition der Kalassenunterschiede ist historisch zu ungenau. Außerdem betrachtet er bei der Produktion nur duie Verteilungsdimension

Horkheimer
Polloks Annahme eines nicht wiedersprüchlichen totalitären Kapitalismus für dazu, dass die Ökonomie nicht mehr als Ausgangspunkt gesehen wird, sondern Politik, Kultur und instrumentelle Vernunft

Zuerst Widerspruch bei Horkheimer, Totalisierung der Gesellschaft und kapitalistische soziale Strukturen. Widersprüchge fragmentieren die Totalität und und hinert ihre Realisation als rationales Ganzes. Widerspruch zwischen was ist und was könnte sein. Arbeit als Kontrolle der Natur muss zu sich selbst kommen. Diese wäre die Emazipation 108

Durch Kapitalismus zentralisation auf kleine Gruppe. Daher wird Kultur eingebettet in eine soziale Dominanz.

Autrotitärer Staat
Staatskapitalismus, aber Produktionskräfte sind noch potentiell emanzipatorisch, werden aber verdrängt

Kollaps möglich dadurch das Bürokratie Produktivität beschränkt

keine dynamischen Widersprüche, nur Gegensätze

Dominantim Gegensatz zur erster Notiz ist bei Horkheimer aber, dass es keinen Widerspruch zwischen Produktionskräften und autoritären Staat gibt.

Möglichkeit von Freiheit Unabhängig von Entwicklung der Produktivität

Unterschied Konzept und Realität als neuer Ausgangspunkt
Totalität erfasst nicht alles

Literatur
political economy and critical theory Giacomo Marramao
Pollock State Capitalism
Zur gegenwärtigen Lage des Kiapitalismus

Ringvorlesung „Kapitalistischer Realismus“ im Sommersemester 2009 an der Universität Wien

Blog: http://kapitalistischerrealismus.blogspot.com/

Prof. Dr. Rahel Jaeggi von der Humboldt Universität zu Berlin sprach am 14. Mai 2009 über das Thema Kapitalismus als Lebensform.

„Kapitalismuskritik hat Konjunktur. Aber was ist eigentlich das Problem am Kapitalimsus? Ist er falsch, ungerecht, irrational oder schlecht? Ist er böse oder dumm – oder funktioniert er einfach nicht? Auf welcher Grundlage lässt sich also, anders gefragt, der Kapitalismus kritisieren? Wenn man den banalen Vorwurf an die Raffgier Einzelner einmal weglässt, lassen sich drei Argumentationsmuster bzw. drei Strategien der Kritik unterscheiden. Erstens eine funktional argumentierende Strategie: Der Kapitalismus kann als Gesellschafts- und Wirtschaftssystem nicht funktionieren; er ist intrinsisch dysfunktional und notwendig krisenhaft. Zweitens eine moralische oder gerechtigkeitsorientierte Argumentation: Kapitalismus beruht auf Ausbeutung und beruht auf oder produziert eine ungerechte Gesellschaftsstruktur. Drittens die ethische Kritik: Das durch den Kapitalismus geprägte Leben ist ein schlechtes – z.B. ein entfremdetes – Leben.
In meinem Vortrag möchte ich diese drei Argumentationslinien nachvollziehen und auf ihre Triftigkeit hin befragen; ich werde darüberhinaus dafür argumentieren, dass man das Spezifische des Kapitalismus und die spezifisch in ihm liegende(n) Problematik(en) nur dann erkennt, wenn man diese drei Dimensionen zusammen sieht und den Kapitalismus unter dem übergreifenden Aspekt des Gelingens oder Scheiterns einer Lebensform betrachtet.“

Podcast des Vortrags

http://homepage.univie.ac.at/monica.titton/rv09/140509raheljaeggi.mp3

Für Daniel

Kritik an der verwalteten Welt

Hier ein paar Artikel, die auch Kritik am Konzept der verwalteten Welt üben:

Phase 2: http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=257&print=

JungleWorld (Interview mit Moishe Postone): http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/21/28a.htm

Viel Spaß beim Lesen